Show Less

Die Einwilligung als Zurechnungsfrage unter Parallelisierung zur Betrugsdogmatik

Mit besonderer Berücksichtigung der Auswirkungen auf den ärztlichen Heileingriff

Series:

Katrin Braun-Hülsmann

Mit dem Rechtsinstitut der Einwilligung gibt das Strafrecht dem Rechtsgutsinhaber ein Instrument an die Hand, mit seinen Rechtsgütern nach Belieben zu verfahren, sie also zu selbstbestimmten Zwecken preiszugeben. Auf diese Weise wird es dem in ein Rechtsgut Eingreifenden ermöglicht, fremde Rechtsgüter zu beeinträchtigen, ohne dass er eine Kriminalstrafe befürchten müsste. Besondere Bedeutung erlangt die Einwilligung in der medizinstrafrechtlichen Praxis beim ärztlichen Heileingriff im Hinblick auf die Frage, ob sich ein Mediziner, der eine medizinisch indizierte Heilmaßnahme vornimmt, strafbar macht beziehungsweise mit welcher Begründung eine Strafbarkeit zu verneinen sein könnte. Die Arbeit beschäftigt sich primär mit Fragen des Wirkgrundes der Einwilligung, wobei die inhaltliche Ausgestaltung des Rechtsgutsbegriffs eine zentrale Rolle spielen wird. Auf dem hier entwickelten eigenen Ansatz aufbauend, folgt eine Auseinandersetzung mit der Willensmängeldogmatik. Im Anschluss hieran werden die praktischen Auswirkungen der Lösungsansätze auf den medizinischen Heileingriff dargestellt.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Einleitung

Extract

Mit dem Rechtsinstitut der Einwilligung gibt das Strafrecht dem Rechtsgutsinha- ber ein Instrument an die Hand, mit seinen Rechtsgütern nach Belieben zu ver- fahren, sie also zu selbstbestimmten Zwecken preiszugeben. Auf diese Weise wird es dem in ein Rechtsgut Eingreifenden ermöglicht, fremde Rechtsgüter, die grundsätzlich dem Schutz des Strafrechts unterstellt sind, zu beeinträchtigen, ohne dass er eine Kriminalstrafe befürchten müsste. Besondere Bedeutung erlangt die Einwilligung in der medizinstrafrechtlichen Praxis beim ärztlichen Heileingriff im Hinblick auf die Frage, ob sich ein Medi- ziner, der eine medizinisch indizierte Heilmaßnahme vornimmt, strafbar macht, beziehungsweise mit welcher Begründung eine Strafbarkeit zu verneinen sein könnte. Neben der dogmatischen Verortung des Wirkgrundes der Einwilligung im De- liktssystem wird auch die Frage uneinheitlich beantwortet, wie sich verschiede- nartige Irrtümer des Rechtsgutsinhabers sowie Drohung und Zwang auf die Wirkweise der Einwilligung auswirken. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich primär mit Fragen des Wirkgrundes der Einwilligung, wobei die inhaltliche Ausgestaltung des Rechtsgutsbegriffs eine zentrale Rolle spielen wird. Auf dem hier zu entwickelnden eigenen Ansatz aufbauend folgt eine Auseinandersetzung mit der Willensmängeldogmatik. Im Anschluss hieran sollen die praktischen Auswirkungen der gefundenen Lösungs- ansätze auf den medizinischen Heileingriff dargestellt werden.

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.