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Sinnbilder Russlands im geteilten Deutschland

Die Rezeption russischer Lyrik in deutschen Literaturzeitschriften (1945-1990)

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Christine Fischer

In der Studie wird die kontroverse Rezeption der russischen Lyrik in Literaturzeitschriften der Bundesrepublik Deutschland und der DDR vergleichend betrachtet. Das Fundament bilden historische Prozesse wie z. B. das «Tauwetter». Im Mittelpunkt steht die Analyse signifikanter Doppelübersetzungen, u. a. von Texten Puškins, Bloks, Esenins und Majakovskijs. Ihre politische Funktion erhalten die Gedichte teilweise erst durch den Kontext ihrer Veröffentlichung. Als Schlüsselthemen treten der Zweite Weltkrieg und das «ewige» Russland hervor. Die Dichter, systemkonform oder -kritisch, waren aufgerufen, ihre Inspiration in den Dienst einer überpersönlichen Sache zu stellen. Zum einen waren sie Visionäre und Gestalter der Zukunft, zum anderen Chronisten und Bewahrer der, auch kollektiven, Erinnerung.

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Vorbemerkung

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Die vorliegende Studie ist aus einem zwischen 2008 und 2010 an der Friedrich- Schiller-Universität Jena durchgeführten DFG-Projekt zum Thema Russische Litera- tur als deutsch-deutscher Brückenschlag (1945-1990) hervorgegangen, das von Prof. Dr. Ulrich Steltner (Slawistik) und Prof. Dr. Joachim von Puttkamer (Osteuropäische Geschichte) geleitet wurde. Das slawistische Teilprojekt war hierbei insbesondere der Rezeption der russi- schen Lyrik in ost- und westdeutschen Literaturzeitschriften im genannten Zeit- raum gewidmet. Hieraus ergibt sich auch seine vorwiegend analytische Zielsetzung, in deren Mittelpunkt die vergleichende Analyse der betreffenden Gedichte und ih- rer deutschen Fassungen stand, wobei das Hauptaugenmerk auf den ermittelten in Zeitschriften publizierten Doppelübersetzungen lag. Diese wurden als besonders zentral im Hinblick auf vorrangig berücksichtigte Autoren (wie Blok, Esenin, Maja- kovskij) angesehen und erlauben daher zugleich Rückschlüsse auf bestimmte Re- zeptionstendenzen. Die notwendige Kontextualisierung wurde nicht zuletzt durch die Einbeziehung ebenfalls in den betreffenden Zeitschriften veröffentlichter litera- turästhetischer Essays vorgenommen, welche die Gedichte häufig umrahmen oder auch kommentieren. Die Realisierung des Projektes brachte es mit sich, dass die slawistisch-literatur- wissenschaftliche Komponente zunehmend stärker ausgeprägt war als bei der Kon- zipierung angedacht. So kann die unerlässliche Verortung der ermittelten Rezepti- onstendenzen der russischen Lyrik in den beiden deutschen Staaten in die zugrunde liegenden historischen Prozesse hier nur aus literaturwissenschaftlicher Perspektive geleistet werden. Der historische Kontext wurde demgegenüber in stärkerem Maße auf einer im März 2010 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena durchgeführten Tagung einbe- zogen, in deren Rahmen...

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