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Demographie von Migranten in Deutschland

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Martin Kohls

Die Arbeit wurde mit dem Hauptpreis in der Kategorie Doktorarbeit im Rahmen des Allianz Nachwuchspreises für Demographie ausgezeichnet.
Deutschland ist ein Zuwanderungsland. Der Anteil von Personen mit Migrationshintergrund wird bis zum Jahr 2030 auf mindestens 25 Prozent steigen, wie erstmals vorgelegte Schätzungen zeigen. Im Buch werden Erkenntnislücken zum demographischen Verhalten von Migranten in Deutschland geschlossen und dahinterstehende Zusammenhänge erhellt. Dabei erfolgt eine gemeinsame Analyse der Sterblichkeit und des generativen Verhaltens anhand verschiedener Datengrundlagen. Die Erkenntnisse der Arbeit liefern eine wichtige Planungsgrundlage für effektive Gesundheits- und Integrationspolitiken. Dies ist vor allem wichtig, weil die Integration der nach Deutschland zugewanderten Migrantinnen und Migranten eine der bedeutenden aktuellen und zukünftigen gesellschaftlichen Herausforderungen darstellt.

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3 Migration und Fertilität – Das generative Verhalten von Migranten

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Im Zuge von Industrialisierung und Modernisierung änderte sich in vielen Staa- ten das demographische Verhalten18 und somit auch die Rolle von Familie und Kindern, auch weil deren Bedeutung für die Existenzsicherung im Alter ab- nahm. So stehen Familiengründung und -erweiterung heute mit zahlreichen an- deren Optionen, aber auch Zwängen (z.B. erhöhte Flexibilität) in Konkurrenz (Mackenroth 1953, Höpflinger 1997, Hill/Kopp 2004, Nave-Herz 2004, Hui- nink/Konietzka 2007). Die Entscheidung zur Familienerweiterung wird in der Regel individuell bzw. mit dem jeweiligen Partner bestimmt. Sie ist allerdings auch von lokalen bzw. überregionalen Rahmenbedingungen determiniert. Diese können sich im Falle einer internationalen Migration in kürzester Zeit erheblich verändern, weshalb Migration und generatives Verhalten auch eine hohe For- schungsrelevanz aufweist. Internationale Wanderungsbewegungen finden überwiegend in den Alters- stufen von 18 bis 35 Jahren statt (vgl. Kap. 2.3.2.). Bei Frauen ist dies in der Re- gel auch das reproduktive Alter, sodass Migrantinnen im Falle einer gewünsch- ten Familienerweiterung den Normen, Werten und Einstellungen hinsichtlich des generativen Verhaltens des Ziellandes der Migration gegenüberstehen. Diese stellen in der Regel nicht dieselben wie im Herkunftsland dar. In der gemeinsa- men Betrachtung der demographischen Parameter Migration und Fertilität sind daher Forschungsfragen bedeutsam, die den Einfluss der Migration auf das ge- nerative Verhalten sowie Beibehaltungs- bzw. Angleichungstendenzen gegen- über der Allgemeinbevölkerung im Fokus haben. Diese Fragen wurden national und international bereits vielfach diskutiert, woraus erklärende Hypothesen zum generativen Verhalten von internationalen Migrantinnen abgeleitet wurden (u.a. Carlson 1985, Kahn...

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