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Demographie von Migranten in Deutschland

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Martin Kohls

Die Arbeit wurde mit dem Hauptpreis in der Kategorie Doktorarbeit im Rahmen des Allianz Nachwuchspreises für Demographie ausgezeichnet.
Deutschland ist ein Zuwanderungsland. Der Anteil von Personen mit Migrationshintergrund wird bis zum Jahr 2030 auf mindestens 25 Prozent steigen, wie erstmals vorgelegte Schätzungen zeigen. Im Buch werden Erkenntnislücken zum demographischen Verhalten von Migranten in Deutschland geschlossen und dahinterstehende Zusammenhänge erhellt. Dabei erfolgt eine gemeinsame Analyse der Sterblichkeit und des generativen Verhaltens anhand verschiedener Datengrundlagen. Die Erkenntnisse der Arbeit liefern eine wichtige Planungsgrundlage für effektive Gesundheits- und Integrationspolitiken. Dies ist vor allem wichtig, weil die Integration der nach Deutschland zugewanderten Migrantinnen und Migranten eine der bedeutenden aktuellen und zukünftigen gesellschaftlichen Herausforderungen darstellt.

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5 Migration, Fertilität und Mortalität in zusammenfassender Betrachtung

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Zum Abschluss des diskursiven Teils der vorliegenden Arbeit wird eine über- blicksartige Zusammenstellung der behandelten Theorien und Argumente zum Einfluss der Migration auf Fertilität (Kap. 5.1.) und Sterblichkeit (Kap. 5.2.) präsentiert. Auf dieser Grundlage wird anschließend ein Gesamtmodell zur Be- schreibung des demographischen Verhaltens von Migrantinnen und Migranten abgeleitet (Kap. 5.3.). 5.1 Fertilität von Migrantinnen Die demographischen Parameter Fertilität und Migration werden zumeist dahin- gehend analysiert, ob und in welcher Weise das generative Verhalten von Migrantinnen durch Sozialisationsaspekte des Herkunftslandes, unmittelbare Erfahrungen im neuen sozialen Umfeld, vorhergehenden Selektionsprozessen sowie durch Migrationsvorgang und -motiv beeinflusst wird. Daraus lassen sich Erklärungsansätze ableiten (vgl. Kap. 3), die für sich betrachtet allerdings kei- nen ausreichenden Erklärungsgehalt bieten. Migrantinnen stellen in der Regel eine nach bestimmten Eigenschaften se- lektierte Personengesamtheit (z.B. Alter, Bildung, Beruf, Familien- und Karrie- reorientierung) dar, worauf sich die Selektionshypothese bezieht. Die Einflüsse des Herkunftslandes spielen dagegen in der Sozialisationshypothese eine bedeu- tende Rolle. Demzufolge bestimmen die in der Adoleszenz erfahrenen Normen- und Wertekomplexe das generative Verhalten auch im Aufnahmeland. Demge- genüber werden die unmittelbaren Erfahrungen im neuen sozialen Umfeld des Ziellandes in der Anpassungshypothese als relevant angesehen. Demnach beein- flussen Sozial- und Familienpolitik, sozio-kulturelle Rahmenbedingungen sowie wirtschaftliche Bedingungen im Zielland das generative Verhalten von Migran- tinnen. Eine Migrationsentscheidung bedeutet stets auch einen „Bruch“ im Le- benslauf, was zumindest zu einem temporären Aufschieben des Kinderwunsches führt. Diese Theorie stützt sich auf den Migrationsvorgang und wird als Auf- schub-...

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