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Demographie von Migranten in Deutschland

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Martin Kohls

Die Arbeit wurde mit dem Hauptpreis in der Kategorie Doktorarbeit im Rahmen des Allianz Nachwuchspreises für Demographie ausgezeichnet.
Deutschland ist ein Zuwanderungsland. Der Anteil von Personen mit Migrationshintergrund wird bis zum Jahr 2030 auf mindestens 25 Prozent steigen, wie erstmals vorgelegte Schätzungen zeigen. Im Buch werden Erkenntnislücken zum demographischen Verhalten von Migranten in Deutschland geschlossen und dahinterstehende Zusammenhänge erhellt. Dabei erfolgt eine gemeinsame Analyse der Sterblichkeit und des generativen Verhaltens anhand verschiedener Datengrundlagen. Die Erkenntnisse der Arbeit liefern eine wichtige Planungsgrundlage für effektive Gesundheits- und Integrationspolitiken. Dies ist vor allem wichtig, weil die Integration der nach Deutschland zugewanderten Migrantinnen und Migranten eine der bedeutenden aktuellen und zukünftigen gesellschaftlichen Herausforderungen darstellt.

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8 Analysen zur Mortalität von Migranten in Deutschland

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Bislang stellten Daten der amtlichen Sterbefall- bzw. Todesursachenstatistik häufig die Grundlage von Sterblichkeitsanalysen bei Migranten dar. Diese waren in der Regel leicht verfügbar und aufgrund der gleichbleibenden Methodik für zeitliche Vergleiche geeignet (Kap. 2.4.2., 6.1.1.). Deshalb werden zuerst eigene Analysen amtlicher Daten vorgestellt (Kap. 8.1.). Im Anschluss daran erfolgen Vergleiche mit Erkenntnissen, die auf Daten des Ausländerzentralregisters (Kap. 8.2.) und der gesetzlichen Rentenversicherung (Kap. 8.3.) beruhen. 8.1 Amtliche Statistik 8.1.1 Gesamtsterblichkeit Zunächst ist festzustellen, dass seit den 1960er Jahren ausländische Frauen und Männer eine geringere rohe Sterberate haben als Deutsche (Tab. 8-1).64 Um al- tersbezogene Effekte zu neutralisieren ist jedoch die Berechnung standardisierter Sterberaten65 nötig (vgl. Kap. 6.2.2.). So weisen deutsche Männer im Jahr 2009 eine standardisierte Sterblichkeit von 7,1 Sterbefällen je 1.000 auf (Frauen: 4,6 je 1.000). Im Vergleich dazu haben ausländische Männer etwa halb so hohe Sterberisiken (4,1 je 1.000; Männer: 2,7 je 1.000). Im Zeitvergleich (1970 bis 2009) nahmen die Sterblichkeitswerte deutscher Personen beinahe stetig ab (Abb. 8-1). Bei der ausländischen Population sind dagegen asynchrone Verläufe sicht- bar. So waren die Sterberisiken bis 1986 zunächst rückläufig, während 1987/1988 eine erhebliche Zunahme registriert wurde. Dies ist eine Folge der korrigierten Bevölkerungszahlen im Zuge der Volkszählung 1987, die bei der ausländischen Bevölkerung bedeutende Auswirkungen hatte (Kap. 2.4.1.). Somit konnte 1988 ein von Bestandsverzerrungen nahezu unbeeinflusster Mortalitäts- vergleich vorgenommen werden. In...

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