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Zum Plusquamperfekt im Französischen und Spanischen

Kontrastive Untersuchung aus textlinguistischer Perspektive

Sandra Lhafi

Die Arbeit basiert auf einem Vergleich verschiedener Übersetzungen mit einem Schwerpunkt auf der Übersetzungsrichtung Französisch-Spanisch. Aus einer textlinguistischen Perspektive heraus wird der unterschiedliche Umgang mit dem Plusquamperfekt im Französischen und Spanischen anhand einer Kategorisierung näher beschrieben. Dabei wird besonders auf die verschiedenen potenziellen textlinguistischen Funktionen des Plus-que-parfait bzw. Pluscuamperfecto eingegangen. Es wird gezeigt, wie im Französischen die Grundwerte des Plus-que-parfait in Interaktion mit rekurrenten Kontexten zu breiteren textorganisatorischen Funktionen führen. Der Nutzen der Arbeit liegt insbesondere darin, die existierenden kontrastiven Beschreibungen beider Tempora zu nuancieren und den Blick für die unterschiedlichen Potenziale zu schärfen, was unter anderem im Fremdsprachenerwerb eingesetzt werden kann.

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1. Vorüberlegungen, theoretischer Hintergrund

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1 In den folgenden Abschnitten soll der theoretische Hintergrund vorgestellt werden, der unsere empirischen Untersuchungen, die Analyse und Interpretation der ausgewählten Merkmale geprägt und gelenkt hat. Die Forschungslage und die sehr unterschiedli- chen, z. T. sogar widersprüchlichen Definitionen der betreffenden Konzepte und Ter- mini machen es erforderlich, Letztere für unsere Zwecke klar zu definieren, wobei darauf verzichtet wurde, den Forschungsstand in seiner Gänze vorzustellen: Es sollen lediglich die für unsere empirischen Untersuchungen benutzten Modelle und Begriffe vorgestellt werden, um somit eine möglichst klare Darstellung zu erlangen. 1.1 Text und Textverarbeitungsprozess Unsere Darstellung des unterschiedlichen Umgangs mit dem Plusquamperfekt im Französischen und Spanischen stützt sich auf die Analyse ausgewählter Texte (s. Kor- pus). Es muss folglich zunächst geklärt werden, welches Textverständnis dieser Arbeit zugrunde gelegt wird. Wir verstehen Text als „funktional, situativ gebundene Hand- lung.“2 In dieser Auffassung ist ein Text keine autonome Einheit, die sich selbst ge- nügt, sondern immer in einen Textverarbeitungsprozess eingebettet. Laut E. J. Ernst „[liegt] jeder Textverarbeitung eine mentale Repräsentation des Produzenten zugrunde […] deren kognitiver Inhalt dem Rezipienten in einer be- stimmten Situation zu einem bestimmten Zweck vermittelt werden soll, so daß diesem am Ende des Prozesses ebenfalls eine mentale Repräsentation vorliegt.“3 Diese menta- le Repräsentation ist im Normalfall kohärent. Sie wird durch den Produzenten in einen Text umgesetzt, der als „eine Anleitung zur Nachbildung der kohärenten mentalen Re- präsentation“ aufgefasst werden kann,4...

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