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Risiko- und Chancenmanagement bei kommunalen Energieversorgungsunternehmen in der privatwirtschaftlichen Form der GmbH und AG in Deutschland

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Andrée Gliese

Kommunale Energieversorgungsunternehmen (EVU) sind zur Einrichtung und Prüfung eines Risikofrüherkennungssystems (RFS) gemäß § 53 HGrG verpflichtet. Durch Liberalisierungs- und Deregulierungsbemühungen der europäischen Union hat sich die Risiko- und Chancenlandschaft in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Zielsetzung der Arbeit ist es, den Stand zur Umsetzung von RFS aufzuzeigen und eine Antwort auf die praktische Ausgestaltung eines zeitgemäßen Risiko- und Chancenmanagementsystems (RCMS) für Stadtwerke zu geben. Um die Ausgestaltung des RCMS in der Praxis ist es bei diesen eher schlecht als recht bestellt. Vor dem Hintergrund eines sich weiter forcierenden Wettbewerbs, der Preisveränderungen für Energien, einer steigenden Regulierungsintensität sowie der Erreichung der Klimaschutzziele in Deutschland scheinen Risiken und Chancen ohne ein adäquates System zur einheitlichen Risiko- und Chancenbehandlung zukünftig kaum greifbar und zu bewältigen zu sein.

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Kapitel D: Fazit und Ausblick

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1 Zusammenfassende Würdigung Die vorliegende Arbeit behandelt das Risiko- und Chancenmanagement bei kommunalen EVU in der privatrechtlichen Form der GmbH und AG, die nach der Prüfungsnorm des § 53 HGrG dazu verpflichtet sind, jährlich ihr RFS durch den Abschlussprüfer beurteilen zu lassen. Solche Unternehmen, die Energie an andere liefern, ein Energienetz betreiben oder an einem Energieversorgungsnetz als Eigentümer die Verfügungsbefugnis besitzen, werden als EVU bezeichnet. Um ein kommunales EVU handelt es, sich wenn eine Gemeinde aufgrund der Höhe ihrer Beteiligung oder aufgrund von besonderen rechtlichen Regelungen die Direktionsgewalt in diesem besitzt. Diese auch als Stadtwerke bekannten kommunalen EVU müssen sich seit rund dreizehn Jahren auf stark dem Wettbewerb und der Regulierung unterlie- genden Märkten behaupten. Anders als bei privatwirtschaftlichen Unternehmen sind diesen bei einer willkürlichen Ausweitung der geschäftlichen Aktivitäten kommunalrechtliche Grenzen gesetzt. Für das kommunale Engagement in der Energiewirtschaft wird vorausgesetzt, dass dieses jederzeit im Einklang mit den gesetzlichen und kommunalrechtlichen Vorgaben steht. Kommunale EVU haben zu gewährleisten, dass ihre Geschäftstätigkeiten im Einklang mit der öffentli- chen Zweckverfolgung und damit im Bürgerinteresse stehen. Gebietskörper- schaften als Anteilseigner dieser EVU begegnen zunehmend dem Verände- rungsdruck mittels Auslagerung von Aufgabenbereichen heraus aus der Ämter- verwaltung. Dazu können sich diese unterschiedlicher öffentlich-rechtlicher und privatwirtschaftlicher Rechtsformen bedienen. Der Bedeutungsgewinn von pri- vatwirtschaftlichen Rechtsformen für die in der Energiewirtschaft tätigen kom- munalen Unternehmen wurde im Wesentlichen als Grund dafür genannt, dass die vorliegende...

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