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Jugendliche und glücksspielbezogene Probleme

Risikobedingungen, Entwicklungsmodelle und Implikationen für präventive Handlungsstrategien

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Tobias Hayer

Kommerzielle Glücksspielangebote und selbstorganisierte Spiele um Geld stellen einen integralen Bestandteil der Lebenswirklichkeit vieler Jugendlicher dar. Zugleich gilt diese Altersgruppe als besonders gefährdet für die Entwicklung glücksspielbezogener Probleme. Vor dem Hintergrund eines Mangels an überzeugenden Erklärungsansätzen verfolgt diese Abhandlung das übergeordnete Ziel, das gegenwärtig verfügbare Wissen zu Risiko- und Schutzfaktoren problematischen Spielverhaltens in der Adoleszenz in systematischer Weise zusammenzufassen. Ausgehend von 105 Primärstudien wird ein evidenzbasiertes Entwicklungsmodell vorgelegt, das zum einen der Theorieweiterentwicklung dient und zum anderen wertvolle Implikationen für eine Erfolg versprechende Präventionspraxis mit sich bringt.

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1. Einleitung

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Über verschiedene Epochen und Kulturkreise hinweg haben Glücksspiele eine besondere Faszination ausgeübt und schon immer breite Bevölkerungsschichten in ihren Bann gezogen. Die mit dem Glücksspiel einhergehende Hoffnung, durch die richtige Prognose eines zukünftigen Ereignisses einen größeren Geldgewinn erzielen zu können, verkörpert ein kurzweiliges wie auch spannendes Freizeit- vergnügen. Zu den bekanntesten Glücksspielangeboten zählen Lotterien, Sport- wetten, Roulette, Automatenspiele – das sogenannte „Kleine Spiel“ in Spielban- ken und das gewerbliche Automatenspiel in Spielhallen bzw. Gaststätten – sowie diverse Varianten des Kartenspiels (z.B. Black Jack oder Poker). Grundsätzlich lässt sich der Spielanreiz von Glücksspielen zum einen auf die in Aussicht gestellten Gewinne zurückführen. Zum anderen bedingt die Unge- wissheit des Spielausgangs eine unmittelbare Veränderung des Erlebniszustan- des, die gewöhnlich als Stimulation, Erregung oder Kick wahrgenommen wird (vgl. weiterführend mit Meyer & Bachmann, 2005). Wichtig hierbei ist, dass die > ! / %+ - ationen intensivieren diese positiven Emotionen in Form von Erfolgserlebnissen, Euphorie oder Machtphantasien; Verlustsituationen hingegen rufen Emotionen wie Wut, Enttäuschung oder Frustration hervor, die sich jedoch durch sofortiges Weiterspielen schnell wieder ausblenden lassen. Darüber hinaus können Glücks- spiele nach den Prinzipien des operanten Konditionierens im Sinne negativer 20 Verstärkungsmechanismen zur Reduktion von Stress oder zur Ausblendung von }* ! + % ! ' Potenzial, erwünschte Erlebnisqualitäten zu evozieren bzw. unerwünschte Er- lebnisqualitäten zu negieren. Im Zuge einer Fehlentwicklung rücken die mögli- chen Geldgewinne dabei sukzessive in den...

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