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Jugendliche und glücksspielbezogene Probleme

Risikobedingungen, Entwicklungsmodelle und Implikationen für präventive Handlungsstrategien

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Tobias Hayer

Kommerzielle Glücksspielangebote und selbstorganisierte Spiele um Geld stellen einen integralen Bestandteil der Lebenswirklichkeit vieler Jugendlicher dar. Zugleich gilt diese Altersgruppe als besonders gefährdet für die Entwicklung glücksspielbezogener Probleme. Vor dem Hintergrund eines Mangels an überzeugenden Erklärungsansätzen verfolgt diese Abhandlung das übergeordnete Ziel, das gegenwärtig verfügbare Wissen zu Risiko- und Schutzfaktoren problematischen Spielverhaltens in der Adoleszenz in systematischer Weise zusammenzufassen. Ausgehend von 105 Primärstudien wird ein evidenzbasiertes Entwicklungsmodell vorgelegt, das zum einen der Theorieweiterentwicklung dient und zum anderen wertvolle Implikationen für eine Erfolg versprechende Präventionspraxis mit sich bringt.

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4. Methodik

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4.1. Der systematische Review als Forschungsmethode Ein systematischer Review ist das Resultat einer Sekundärforschung, bei der zu einer klar formulierten Fragestellung relevante Primärstudien anhand stren- ger methodischer Kriterien gesichtet, kritisch bewertet und die Erkenntnisse in komprimierter Weise vorgestellt werden (vgl. ausführlich zur Forschungs- methodik und -methodologie mit Petticrew & Roberts, 2006). Im Zeitalter der ' !* ! Wissensverdichtung wichtige Impulse sowohl für die Umsetzung von evidenz- basierten Entscheidungen in der Praxis als auch für die Zielrichtung zukünftiger Forschungsaktivitäten mit sich. Systematisch durchgeführte Übersichtsarbeiten stellen demzufolge ein bedeutsames Instrument zur transparenten Beantwortung gesundheitspolitisch relevanter Fragestellungen bzw. zum Transfer wissenschaft- licher Erkenntnisse in die Praxis dar (Gartlehner, Wild & Mad, 2008; Mulrow, 1994). In diesem Zusammenhang machen Shaffer et al. (2006) mit expliziter Bezugnahme zur Glücksspielforschung zu Recht auf die Problematik der kaum noch zu bewältigenden Publikationsmenge und die damit einhergehende Not- wendigkeit der integrativen Bündelung von wissenschaftlichen Befunden auf- merksam. Die fehleranfällige Auswahl von Primärstudien hat in der Vergangenheit fachübergreifend immer wieder dazu geführt, dass verschiedene Übersichtsar- beiten zu einem Themenkomplex widersprüchliche Ergebnisse hervorgebracht haben. Um derartige Verzerrungseffekte zu vermeiden, erfolgt der gesamte Ana- lyseprozess bei systematischen Übersichtsarbeiten in Abgrenzung zu narrativen Reviews in strukturierter und von außen nachvollziehbarer Weise (Gartlehner et al., 2008; Petticrew & Roberts, 2006). Eine ausführliche Dokumentation der ein- zelnen Arbeitsschritte soll dabei zu einem Maximum an Transparenz und Repro- duzierbarkeit führen und dem Leser eine fundierte Einschätzung der vorgelegten Expertise erm...

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