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Jugendliche und glücksspielbezogene Probleme

Risikobedingungen, Entwicklungsmodelle und Implikationen für präventive Handlungsstrategien

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Tobias Hayer

Kommerzielle Glücksspielangebote und selbstorganisierte Spiele um Geld stellen einen integralen Bestandteil der Lebenswirklichkeit vieler Jugendlicher dar. Zugleich gilt diese Altersgruppe als besonders gefährdet für die Entwicklung glücksspielbezogener Probleme. Vor dem Hintergrund eines Mangels an überzeugenden Erklärungsansätzen verfolgt diese Abhandlung das übergeordnete Ziel, das gegenwärtig verfügbare Wissen zu Risiko- und Schutzfaktoren problematischen Spielverhaltens in der Adoleszenz in systematischer Weise zusammenzufassen. Ausgehend von 105 Primärstudien wird ein evidenzbasiertes Entwicklungsmodell vorgelegt, das zum einen der Theorieweiterentwicklung dient und zum anderen wertvolle Implikationen für eine Erfolg versprechende Präventionspraxis mit sich bringt.

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5. Ergebnisse

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5.1. Charakteristika der Primärstudien Die breit angelegte Literaturrecherche ergab insgesamt 105 Treffer (s. Tabelle 7), die 73 unabhängige Untersuchungen umfassen. Darin enthalten ist die Abhand- lung von Nower et al. (2004), da ihr nicht-klinisches Gesamtsample eine neue Teilstichprobe miteinschließt. Nicht als unabhängig gelten indessen die Analysen von Westphal und Johnson (2006), die im Wesentlichen Bezug auf die Stichpro- be von Westphal et al. (2000) nehmen und zu Vergleichszwecken zusätzlich eine Gruppe von inhaftierten Jugendlichen heranziehen.9 Abbildung 7 spiegelt die Verteilung des Merkmals „Publikationsjahr“ wider: So wurden mehr als drei Viertel aller Studien im Zeitraum von 2000 bis 2009 veröffentlicht (80 von 105; 76,2%). 0 2 4 6 8 10 12 14 Publikationsjahr Abbildung 7: Verteilung des Merkmals „Publikationsjahr“ (n=105) 9 Eine weitere Primärstudie (Magoon et al., 2007) erfüllt zwar die Einschlusskriterien, konn- !;! ; + ! ; '+ werden. Die Untersuchung umfasst eine Stichprobe von 55 Jugendlichen aus Jugendstraf- anstalten (Durchschnittsalter: 15,3 Jahre). Aufgrund des kleinen Samples und anderen me- thodischen Schwächen geht diese Erhebung nur mit einer geringen Aussagekraft einher –/ =—Y \ / +- ten ist. 142 Weiteren Aufschluss über die Kernmerkmale der gesichteten Publikatio- nen gibt Tabelle 8. Zunächst ist auffällig, dass die überwiegende Mehrheit al- ler unabhängigen Untersuchungen aus Nordamerika stammt (Kanada: 39,7%; USA: 31,5%). Aus dem europäischen Raum liegen 14 unabhängige Studien vor (19,2%), sieben davon aus Großbritannien. Die restlichen Befunde aus Europa sind den Ländern Norwegen und...

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