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Christen in Thailand

Am Beispiel der Karen und der Akha

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Lauren Drover

Diese Untersuchung wirft einen Blick auf das oft übersehene Christentum Asiens. In Thailand konvertieren besonders Mitglieder ethnischer Minderheiten zu dieser «neuen» Religion. Anhand zweier Beispielminderheiten werden die Gründe hierfür untersucht. Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Theorie, dass die Konversion zu einer «abweichenden» Religion zur Bewahrung der ethnischen Identität genutzt wird. Weiterhin werden Wechselwirkungen zwischen den indigenen Religionen und dem Christentum analysiert. Die Autorin fragt dabei, inwiefern sich Konversionstheorien verschiedener Wissenschaftler auf die untersuchten Beispiele anwenden lassen. Dabei wird grundlegend bezweifelt, dass die häufig gemachte Unterscheidung zwischen einer Volksreligion und einer Universalreligion überhaupt zulässig ist.

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4. Die Natur der Religion und die „Rationality of Conversion“

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In diesem Kapitel soll die zu Anfang der Untersuchung referierte Theorie der „Rationality of Conversion“ mit Blick auf die Erkenntnisse aus den letzten Ka- piteln bewertet werden. Diese Theorie besagt, dass eine Ethnie, die größeren Kontakt zur „Außenwelt“ (etwa durch Modernisierung) gewinnt, sich von einer gruppenspezifischen Religion (meist „Naturreligion“, Ahnenkult), einer „ratio- naleren“, ethisch und dogmatisch durchdachten „Weltreligion“ zuwenden wird (HEFNER 1993: 34). Dabei ist natürlich auch wichtig, inwiefern man überhaupt von „Volksreligionen und Weltreligionen“ als zwei vollkommen von einander getrennten, sich gegenseitig ausschließenden Konzepten sprechen kann. Hier soll bewertet werden, ob die indigenen Religionen der Karen und der Akha überhaupt „Volksreligionen“ im Sinne der Typologie sind, und ob die Konversi- on einen Schritt hin zur „Rationalisierung“ bedeutet. Die Karen zeichnen sich durch einen starken religiösen Eklektizismus aus, der verursacht, dass öfter, so zumindest die Ergebnisse der Feldforschungen in der Literatur, aus ökonomischen Motiven konvertiert wird (MISCHUNG 1984: 222). HAYAMI (1996: 343) kommt zu dem Ergebnis, dass die meisten Karen keine ökonomische Möglichkeit mehr sehen, den „Hunger“ der Geister und Ah- nen zu stillen und die hier beschriebenen Rituale in der richtigen Art und Weise zu vollziehen. Da die Macht Gottes stärker ist als die der Geister, so hofft man sich durch Konversion, bei gleichem Schutz auf die Rituale verzichten zu kön- nen. Der Gedanke dahinter ist sicher, wenn man es nicht richtig machen kann, sucht man sich besser eine Alternative, bei der die Obligation es zu tun wegfällt. Auch die...

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