Show Less

Christen in Thailand

Am Beispiel der Karen und der Akha

Series:

Lauren Drover

Diese Untersuchung wirft einen Blick auf das oft übersehene Christentum Asiens. In Thailand konvertieren besonders Mitglieder ethnischer Minderheiten zu dieser «neuen» Religion. Anhand zweier Beispielminderheiten werden die Gründe hierfür untersucht. Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Theorie, dass die Konversion zu einer «abweichenden» Religion zur Bewahrung der ethnischen Identität genutzt wird. Weiterhin werden Wechselwirkungen zwischen den indigenen Religionen und dem Christentum analysiert. Die Autorin fragt dabei, inwiefern sich Konversionstheorien verschiedener Wissenschaftler auf die untersuchten Beispiele anwenden lassen. Dabei wird grundlegend bezweifelt, dass die häufig gemachte Unterscheidung zwischen einer Volksreligion und einer Universalreligion überhaupt zulässig ist.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

5. Die ethnische Identität, ihr Verhältnis zur Religion und deren Veränderung in der Moderne

Extract

Nachdem wir nun die Theorie der „Rationality of Conversion“ und die Eintei- lung der Religionen der ethnischen Minderheiten in Thailand problematisiert und letztendlich als unbrauchbar entlarvt haben, widmen wir uns in diesem Ka- pitel den nächsten in der Einleitung aufgeworfenen Fragestellungen. Oft wird von Wissenschaftlern in diesem Zusammenhang behauptet, die Konversion zum Christentum wäre ein Mittel, die ethnische Identität als Bergvolk gegenüber der Mehrheitsreligion Buddhismus zu bewahren. Daher werde sich bei der „Rationa- lisierung“ nicht für die bereits vorhandene Weltreligion Buddhismus entschie- den. Wir haben gesehen, dass Rationalisierung wohl nicht das einzige Motiv für Konversion ist. Ich wage weiterhin zu behaupten, dass auch ethnische Abgren- zung nicht das Motiv für die Wahl des Christentums ist, obwohl es durchaus Elemente der christlichen Religion gibt, die der Bewahrung der ethnischen Iden- tität dienen. 5.1 Paarung von Religion und Identität Schon 1986 beobachtete Peter HINTON ganz richtig: „There is no distinctive Ka- ren religion.“ (1986: 161). Und tatsächlich scheint es so zu sein, dass man Karen nicht plakativ mit einer Religion identifizieren kann, der sie alle angehören. Eine Aussage wie „um ein echter Karen zu sein, muss man Religion X angehören“, wie sie aus den Innenperspektiven von einigen anderen Ethnien und Völkern durchaus getätigt wird, ist bei den Karen nicht möglich. Überhaupt zeichnet sich die Gruppe durch einen sehr stark ausgeprägten religiösen Eklektizismus aus, bei dem jede Religion, die sie vor ihrer Haustür vorfinden, gleichwertig...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.