Show Less

Vom Ursprung ökokritischen Denkens zu einem kosmopolitanen Ansatz der urbanen Ökokritik

Ort und Raum von der amerikanischen Wildnis bis zur urbanen Dystopie

Series:

Andrea Edl

Die Ökokritik als ökologisch orientierte Literaturwissenschaft behandelt die Wechselwirkungen zwischen Literatur und Umwelt. Die Autorin sieht die Quelle ökokritischen Denkens bei den amerikanischen IndianerInnen und den TranszendentalistInnen. Demzufolge wird die gegenwärtige Umweltkrise als Resultat eines kurzsichtigen Anthropozentrismus betrachtet. Der in der Mystik fußende Ökozentrismus sieht die apokalyptische Bedrohung der Natur als Appell zur Veränderung. Diese interdisziplinäre Studie ist eine theoretische Grundlegung der urbanen Ökokritik. In ihr werden soziale, politische und kulturelle Realitäten von der amerikanischen Wildnis bis zur urbanen Dystopie vergegenwärtigt. Mit Theorien von Ort und Raum wird die traditionelle Ökokritik zu einem kosmopolitanen Ansatz der urbanen Ökokritik erweitert und europäisches und amerikanisches Denken integriert.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

2. Die historische Entwicklung ökokritischen Denkens in Amerika anhand literarischer Beispiele

Extract

Besonders ÖkokritikerInnen sollten sich bewusst sein, wie die Weltanschauung ihre Arbeit beeinflusst und wie sich ihre Arbeit auf die Umwelt auswirkt. Dieses Kapitel beschäftigt sich mit elementaren Entwicklungen der Ökokritik, indem es Darstellungen (representations) von Natur behandelt als ob sie eine kulturelle Konvention wären. Paula Gunn Allen betont, dass die Signifikanz eines literari- schen Werkes am besten durch die Kultur, aus der heraus es entstanden ist, erklärt werden kann, wenn sie formuliert, „the purpose of literature is clear only when the reader understands and accepts the assumption on which the literature is based, it becomes clear, why ecocritics have tried to unveil diverging cultural conceptions of nature, place and the environment.“1 Die älteste und grundlegendste ökokritische Denktradition versucht, philosophische und kulturelle Auffassungen von Natur und deren textliche Darstellungen zu hinterfragen. Die Weltanschauung spielt eine fundamentale Rolle für Autor/in und Rezi- pient/in. Um die Verflechtungen von Natur und Umwelt darlegen zu können, wird eine Interpretation von historisch bedingten Veränderungen in der literarischen Darstellung von vormals unberührter Wildnis erarbeitet, aus denen sich unter- schiedliche geschichtlich begründete Einstellungen gegenüber der Natur erkennen lassen. Wie erwähnt, beleuchtet die traditionelle Ökokritik die Rolle der Natur und der Wildnis in verschiedenen Werken. In diesem Kapitel wird zugunsten von logi- schen inhaltlichen Verflechtungen auf strenge chronologische Anordnungen ver- zichtet, da es um ein Grundverständnis der Entwicklung ökokritischen Denkens geht. In Kapitel 2.1. wird von soziologischen und kulturphilosophischen Überle- gungen bezüglich Identität und Kultur...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.