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Vom Ursprung ökokritischen Denkens zu einem kosmopolitanen Ansatz der urbanen Ökokritik

Ort und Raum von der amerikanischen Wildnis bis zur urbanen Dystopie

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Andrea Edl

Die Ökokritik als ökologisch orientierte Literaturwissenschaft behandelt die Wechselwirkungen zwischen Literatur und Umwelt. Die Autorin sieht die Quelle ökokritischen Denkens bei den amerikanischen IndianerInnen und den TranszendentalistInnen. Demzufolge wird die gegenwärtige Umweltkrise als Resultat eines kurzsichtigen Anthropozentrismus betrachtet. Der in der Mystik fußende Ökozentrismus sieht die apokalyptische Bedrohung der Natur als Appell zur Veränderung. Diese interdisziplinäre Studie ist eine theoretische Grundlegung der urbanen Ökokritik. In ihr werden soziale, politische und kulturelle Realitäten von der amerikanischen Wildnis bis zur urbanen Dystopie vergegenwärtigt. Mit Theorien von Ort und Raum wird die traditionelle Ökokritik zu einem kosmopolitanen Ansatz der urbanen Ökokritik erweitert und europäisches und amerikanisches Denken integriert.

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4. Eine ökokritische Kartographie des Ortes und der Verortung

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In dieser Textpassage wird Bilanz über das bisher Erarbeitete gezogen. Gleichzeitig wird auf die angewandte „kosmopolitane“ urbane Ökokritik vorbereitet. Durch den differenzierten Blickwinkel angewandter Ethiken wird in 4.1. auf die ökozent- rische Grundhaltung von ÖkokritikerInnen und deren weitreichende Konsequen- zen Bezug genommen. Die Anerkennung der All-Verbundenheit des Seins als wichtigstes ökokritisches Theorem bildet die Grundlage für das ökozentrische Verständnis von ÖkokritikerIn- nen. Das ökozentrische Weltbild wurde von den amerikanischen IndianerInnen her- geleitet und der Transzendentalismus als eine andere Ausformung dieses Denkens ausgeführt. Es wurde dem aus dem jüdisch-christlichen Denken erwachsenden An- thropozentrismus in seiner speziellen amerikanischen Ausformung des Puritanismus diametral gegenüber gestellt, in dem der Wert der Natur allein durch ihren Wert für den Menschen bemessen wird. Anhand des indianischen Weltbildes, verschiedenen Mystikern, Emersons, Thoreaus, Snyders Werken, die in der Mystik wurzeln und Austers Roman, in dem der Autor Martin Heideggers Denken aus Mystik aufgreift, wurde bzw. wird sich der All-Verbundenheit allen Seins erklärend angenähert. Die Analyse von metaphysischem ökozentrischen Denken ausgesuchter AutorInnen ist ein Hauptanliegen dieser Arbeit. Besonders ÖkokritikerInnen innerhalb der Tradition der Tiefen ökologie, woraus die Ökokritik hervorgegangen ist, nehmen ihre Verantwortung gegenüber der Natur und der Menschheit ernst. Demgemäß wählen sie eine ökozentri- sche Lebens- und Weltanschauung. In dem umfassendsten ökozentrischen Ansatz der Philosophie, Albert Schweitzers „Ehrfurcht vor dem Leben“, wird „Allverantwortung für die gesamte Natur“1 metaphysisch hergeleitet. Die ökokritische Literaturanalyse befindet sich in dieser Studie im Spannungsbogen zwischen unterschiedlichen ethi- schen Perspektiven gegenüber...

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