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Politik, Bildung und soziale Gerechtigkeit

Perspektiven für eine demokratische Gesellschaft

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Heinz Sünker

Angesichts der gegenwärtigen Diskussionen um die PISA-Ergebnisse in Deutschland zeigt sich erneut die Notwendigkeit, Grundfragen des Verhältnisses von Bildungstheorie und Bildungspolitik zu analysieren. Eine wesentliche Herausforderung für die sich als demokratisch verstehende bundesrepublikanische Gesellschaft stellt dabei die Erkenntnis dar, dass offensichtlich bis heute die Reproduktion sozialer Ungleichheit mit Hilfe des Bildungssystems ungebrochen funktioniert. Auf die Tagesordnung gerät damit die Frage nach dem Zusammenhang von Bildung, Politik und sozialer Gerechtigkeit, um Bedingungen und Perspektiven einer substantiell demokratischen Gesellschaft zu klären. Zudem bleibt die Erkenntnis unhintergehbar, dass Bildungspolitik Gesellschaftspolitik ist, mit der Lebenschancen und Lebensqualität vermittelt bzw. zugewiesen werden.

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VIII. Arbeit, Technik und Bildung 134

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VIII. Arbeit, Technik und Bildung 1. Einleitung Die folgenden Oberlegungen stellen den Versuch dar, einige Preble- me, die in den letzten Jahren in unterschiedlichen Diskursen zu den Gegenstanden Arbeit, Technologie und Bildung sowie Demokratie und Gesellschaftstheorie getuhrt wurden, zu diskutieren (vgl. etwa Brandt 1986; Elkana 1986; Janicke 1986; Weingart 1989). Sie bewegen sich im Kontext von klassischen - und immer noch aktuellen - Vor- stellungen aus der Tradition des westlichen Marxismus und der mit diesem verbundenen ,Praxisphilosophie' (s. dazu Merleau-Ponty 1978; Anderson 1978; Bottomore 1981; Slinker 1989; Braun 1992). Vor diesem Hintergrund tuhrt die Frage nach Vermittlungen zwischen Arbeitsbeziehungen, sozialer Ungleichheit und deren Reproduktion zu einer kritischen Gesellschaftstheorie, die insbesondere eine Analy- se neuerer Entwicklungen der burgerlich-kapitalistischen Gesell- schaft einschlieBt. Dies fuhrt im weiteren zu der Frage nach den Kon- stitutionsbedingungen von lndividualitat- und darin eingeschlossen nach der potentiellen Subjektivitat der Mitglieder einer Gesellschaft -, und damit zu einer Problemstellung, die seit ihren Anfangen in der alteuropaischen Tradition zentral fUr Gesellschaftstheorie und Sozial- philosophie war. lnnerhalb dieses Gegenstandsbereiches beginnen Analysen und Reflexionen mit der Frage nach Form und Gehalt der Beziehungen zwischen den Mitgliedern einer bestimmten Gesell- schaft, ihrem Bezug auf auBere und auf ihre eigene innere Natur. Dies bedeutet, dass in die Vergesellschaftungsanalyse auch das Ver- haltnis von Bildung und Technik eingelassen ist.92 Mit diesem Ansatz stehen Fragen nach gesellschaftlicher Ordnung, Macht und Herrschaft auf der Tagesordnung. Insbesondere werden Verknl.ipfungen zwischen Formen von Herrschaft und Ungleichheit in politischen, okonomischen und kulturellen Gesellschaftsspharen the- matisiert (Waters 1989). Um Umrisse dieser...

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