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Aware of Collocations

Ein Unterrichtskonzept zum Erwerb von Kollokationskompetenz für fortgeschrittene Lerner des Englischen

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Thomas Müller

Die Produktion zielsprachenkonformer Kollokationen stellt auch für fortgeschrittene Lerner des Englischen ein großes Problem dar. Wie können Lerner dahingehend gefördert werden, das Phänomen Kollokation zunehmend selbstständig zu beherrschen? In dieser Arbeit wird ein Ansatz zum Erwerb von Kollokationskompetenz vorgestellt, der nicht auf den sukzessiven Erwerb von Einzel-Kollokationen zielt, sondern auf die Entwicklung eines Bewusstseins (awareness) für die Problematik von Kollokationen, auf die Entwicklung von Strategien zur Lösung von Kollokationsproblemen und insgesamt auf eine veränderte Sprachlern- und Sprachproduktionshaltung. Eine entsprechende, vom Autor konzipierte Lehrintervention zum Erwerb von Kollokationskompetenz und die Ergebnisse einer empirischen Überprüfung ihrer Effekte unter realistischen Unterrichtsbedingungen werden ausführlich dargestellt.

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4. Empirisches Design 75

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75 Eine besondere und in gewissem Sinne trügerische Eigenschaft der Kollokationen besteht darin, dass man sie in der Regel versteht, wenn man sie antrifft, und dass sie einem nicht einmal besonders auffallen. Hausmann 1999: v Die Schüler müssen sozusagen ihre Äquivalenzunschuld verlieren. Hausmann 1984: 405 4. Empirisches Design 4.1 Zum Erkenntnisinteresse Was Hausmann hier so pointiert formuliert100, bildet – zumindest zum Teil – die Grundlage für die vorliegende Untersuchung und skizziert zugleich die Dimen- sion des Gegenstandes. Neben der Herausforderung, Kollokationen in der L2 auch in produktiver Weise101 zu meistern, rührt er im Zuge ihrer auffallenden Üblichkeit ebenso an den Aspekt der erschwerten Bewusst-werdung und somit an die enorme Herausforderung der Bewusst-machung. Aus Sicht der Lernenden kann man in der Tat von unauffälliger Üblichkeit sprechen. Verschiedene Studien geben Zeugnis davon, dass fortgeschrittene Lerner sich dieses Phänomens sowie seiner möglichen bzw. wahrscheinlichen Konsequenzen für die Entwicklung ihrer Lernersprache nur wenig bewusst sind.102 Solche kon- ventionellen Kombinationen, die sich weder sachlich noch semantisch begründen lassen – sprich: Kollokationen – erweisen sich denn auch frequent als besonders fehlerträchtiger103 Bereich der fremdsprachlichen Lexik.104 Selbst gezielt auf (den Erwerb von) Kollokationen fokussierende Ansätze se- hen sich nicht selten dieser der Kollokation inhärenten Herausforderung gegen- über, sich ihrer (Eigenschaften) überhaupt erst einmal bewusst zu werden („no- ticing“, vgl. Schmidt 1990). So konkludieren etwa Bahns/Sibilis mit Blick auf ihre Untersuchungsergebnisse, dass es offenbar doch einer gezielten „Kolloka- 100 Siehe auch Hausmann 2005 u. 2003. 101 Und also nicht...

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