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Schreib- und Textroutinen

Theorie, Erwerb und didaktisch-mediale Modellierung

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Edited By Helmuth Feilke and Katrin Lehnen

Herkömmlich wird sprachliche Routine gern mit Gleichförmigkeit, Bequemlichkeit und auch Entlastung von wiederkehrenden kommunikativen Aufgaben gleichgesetzt. Als Mittel der Strukturbildung ist ihre Bedeutung kaum bedacht. Ein wichtiger Aspekt ist, dass Routinen gerade auch im Schriftlichen die Grundlage bilden für die Eröffnung von Spielräumen des sprachlichen Handelns – sowohl in der Textproduktion als auch in der Textrezeption. Die Beiträge des Bandes argumentieren für ein sozial intelligibles Konzept sprachlicher Routine. Der thematische Fokus richtet sich auf Routine im Schreiben und Routine in Texten. Im Zentrum stehen Theorie und Begrifflichkeit literaler Routine, Erwerb und Aufbau von Schreib- und Textroutinen im Spracherwerb vom ersten Schuljahr bis hin zu Studierenden sowie didaktisch-mediale Modellierungen von Routinen für die Stützung des Erwerbs auch in E-Learning-Szenarien.

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Daniel Perrin - „La voie tranquille“ Routine und Emergenz in Formulierungsprozessen als Service public 215

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„La voie tranquille“ Routine und Emergenz in Formulierungsprozessen als Service public Daniel Perrin Prozesse verfestigen sich zu Routinen, die von Entscheidungsdruck entlasten – und Routinen werden spontan aufgebrochen und weiter entwickelt, wenn sie si- tuativ nicht mehr passen. Dieses Wechselspiel von Stabilität und Emergenz un- tersuche ich im vorliegenden Beitrag an Fallstudien journalistischer Nachrich- tenproduktion aus einem inter- und transdisziplinär angelegten Forschungspro- jekt. Im Teil 1 des Beitrags bestimme ich die Kernbegriffe und stecke den theo- retischen Rahmen ab: Routine als automatisiertes prozedurales Muster, Emer- genz als unvorhersagbares Gegenstück dazu im dynamischen System der Text- produktion. In Teil 2 beschreibe ich das Forschungsprojekt IDÉE SUISSE als Rahmen für die Untersuchung von Routine und Emergenz in Formulierungspro- zessen. In Teil 3 stelle ich scharf auf eine Fallstudie und dort auf eine einzelne Formulierungsänderung: „la voie express“ wird zu „la voie tranquille“ – und die Welt ist eine andere. In Teil 4 ordne ich diese Mikroentwicklung ein in übergrei- fende Handlungsrahmen des Projekts IDÉE SUISSE, der Nachrichtenproduktion und des Schreibens überhaupt. In Teil 5 schließlich ziehe ich den Schluss: Be- dingungen schaffen und nutzen für Emergenz, darum geht es im Spiel mit Rou- tinen auf allen Ebenen der Textproduktion – von der Wortwahl auf der Mikro- ebene der Textproduktion bis hin zum Service public, zum Leistungsauftrag und Sinn öffentlicher Medien. 1. Kernbegriffe: Routine und Emergenz im dynamischen System der Textproduktion „[…] j’aime bien cet adjectif, parce que pour l’instant les mots ils résonnent dans la t...

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