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Islam und Diaspora

Analysen zum muslimischen Leben in Deutschland aus historischer, rechtlicher sowie migrations- und religionssoziologischer Perspektive

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Edited By Rauf Ceylan

Internationale Wanderungsbewegungen im 20. Jahrhundert haben dazu geführt, dass sich Millionen muslimische Migranten außerhalb ihrer Herkunftsländer aufhalten. Allein in Deutschland leben mittlerweile ca. 4,2 Mio. Muslime. Aufgrund des besonderen Verhältnisses von Migration und Religion sind durch diesen Prozess zahlreiche Herausforderungen für die muslimischen Diaspora-Gemeinden entstanden. Vor diesem Hintergrund setzt sich dieser Sammelband aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven mit zentralen Aspekten muslimischen Lebens auseinander. In sechs Schwerpunkte gegliedert, werden Fragen der historischen Entwicklungen seit dem Beginn der Anwerbeabkommen vor 50 Jahren, des Verhältnisses von Rechtsstaat bzw. Säkularisierung und Islam, der (inter-)religiösen Bildung, der muslimischen Identitätsbildung, der fundamentalistischen Ausprägungen in der Migration sowie des interreligiösen Dialogs und der muslimischen Selbstverortung diskutiert.

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II. Muslime in rechtsstaatlichen, säkularen Gesellschaften

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Aktuelle Herausforderungen religiöser Gemeinschaften im heutigen Europa – am Beispiel der Muslime in Deutschland1 Von Peter Antes Die hier zu behandelnde Thematik kann in doppelter Weise verstanden werden: als Herausforderung für die Muslime durch den deutschen Staat und als Heraus- forderung des deutschen Staates und der anderen religiösen Gemeinschaften durch die Muslime. Die These dieses Beitrages ist, dass beide Herausforderun- gen real bestehen und genutzt werden können, um Europa auf dem Weg zu mehr Toleranz und mehr zivilisiertem Umgang miteinander voranzubringen. Dies soll im Folgenden in gebotener Kürze ausgeführt werden. 1. Die Herausforderung für die Muslime durch den deutschen Staat Seit in den Siebzigerjahren des 20. Jahrhunderts im großen Stile die Familienzu- sammenführung eingesetzt hat, besuchen die in Deutschland lebenden Kinder und Jugendlichen türkischer Herkunft deutsche Schulen, wodurch der Anteil von Muslimen unter den in Deutschland Beschulten beträchtlich zugenommen hat. Für sie alle gilt das Schulgesetz des jeweiligen Bundeslandes, in dem sie leben und zur Schule gehen. Für Niedersachsen heißt dies konkret, dass für ih- ren Unterricht der § 2 des Niedersächsischen Schulgesetzes gilt, in dem der „Bildungsauftrag der Schule“ formuliert wird. Dort heißt es u.a.: „Die Schüle- rinnen und Schüler sollen fähig werden, • die Grundrechte für sich und jeden anderen wirksam werden zu lassen, die sich daraus ergebende staatsbürgerliche Verantwortung zu verstehen und zur demokratischen Gestaltung der Gesellschaft beizutragen, • nach ethischen Grundsätzen zu handeln sowie religiöse und...

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