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Cosimo I. de’ Medici – Anton Fugger

Macht und Mäzenatentum in Florenz und Augsburg

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Marie Nicoline Steinweg

Medici und Fugger – innerhalb von wenigen Generationen stiegen sie zu den reichsten und mächtigsten Bankiersfamilien ihrer Zeit auf. Im europäischen Machtspiel nahmen sie entscheidende Schlüsselpositionen ein. Durch ihr Mäzenatentum prägten sie in beispielloser Form ihre Heimatstädte, Florenz und Augsburg. Ein Vergleich zwischen Cosimo I. de’ Medici und Anton Fugger zeigt, dass sich trotz ungleicher Machtpositionen die Gründe für ihr ausgeprägtes Mäzenatentum kaum unterscheiden. Beide wussten, welche herausragende Bedeutung die Förderung von Kunst und Wissenschaft für den Erhalt und die Ausweitung ihrer Macht sowie für die Reputation der Familie hatte. Diese Studie zeigt durch die vergleichende, differenzierte Perspektive das Profil dieser mächtigen Familien im 16. Jahrhundert.

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3. Die Geschichte der Fugger bis zu Anton Fugger

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3.1 Der erste Fugger in Augsburg Die Übersiedlung des Webers Hans Fugger (gest. 1408/09) von Graben nach Augsburg im Jahre 1367 wird im Augsburger Steuerbuch mit dem Eintrag Fu- cker advenit dokumentiert. Die Übersiedlung vom Land in die Stadt war zu je- ner Zeit nichts Ungewöhnliches, wie das Sprichwort „Stadtluft macht frei“ ver- deutlicht.92 Zudem befanden sich das Augsburger Textilgewerbe und der Fern- handel im Aufschwung.93 „Ein unablässiger Zustrom neuer Bewohner ließen die Stadt zahlenmäßig gewaltig anwachsen. Weil dort Freiheit und Wohlstand wink- ten [...].“94 Dieses Streben nach einem „besseren“ Leben wird auch Hans Fugger dazu bewogen haben, nach Augsburg überzusiedeln. Es sei jedoch an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass er nicht als armer Mann in die Stadt am Lech einwanderte.95 Im selben Jahr heiratete Fugger die Tochter des Zunftmeisters der Weber – Klara Widolf (gest. 1378). Mit der Hochzeit erhielt er das Augs- burger Bürgerrecht. Nach dem Tod seiner 1. Ehefrau, heiratete Hans Fugger um 1382 Elisabeth Gfattermann (gest. 1436), deren Vater 1386 zum Zunftmeister der Weber ernannt wurde. Im selben Jahr wurde Hans Fugger in den Zwölfer96 der Zunft gewählt und war somit ein Mitglied des Großen Rates von Augsburg. 92 Herre, F., S. 7. 93 Häberlein, M., Die Fugger. Geschichte einer Augsburger Familie (1367-1650), Stuttgart 2006, S. 17 94 Pölnitz, G. v., Die Fugger, Frankfurt am Main 1960, S. 23. 95 Vgl. Herre, F., S. 10; Pölnitz, G. v., 1960, S. 25. 96 „Die Augsburger Regierung zu...

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