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Das Märchen – zwischen Kunst, Mythos und Spiel

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Hansjörg Hohr

Das Märchen bietet ein System von Bedeutungen an, das Kinder zur Artikulierung ihrer Erfahrung verwenden können. Das Genre vereint eine Vielfalt von Bedeutung mit Einfachheit der Struktur. Besonders hervorzuheben ist das Widerspiel der Bedeutungsebenen. Die Ebene des Mythischen verleiht dem Märchen eine außergewöhnliche Erlebnistiefe. Dieser gegenüber und als Gegengewicht etabliert sich eine Ebene des Spielerischen, das mit einem Verlust beginnt und mit einem Gewinn endet und das sich ohne Vorbehalt in den Dienst des individuellen Glücksanspruchs stellt. Im Spannungsfeld zwischen dem existentiellen Anliegen des Mythos und der Solidarität mit dem unterdrückten Helden im Spiel öffnet sich eine Ebene der künstlerischen Reflexion lebenspraktischer Entwürfe.

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Vorwort ............................................................................................................... 11 Das Märchen als Hoffnungsträger: Sinnstiftung, Erlösung und Offenbarung .... 13 Teil 1: Ansätze der Märchenforschung ............................................................... 25 1. Märchen zwischen Mythos und Poesie ........................................................ 27 Romantische Weichenstellung ..................................................................... 27 Märchenforschung als mythische Spurensicherung ..................................... 33 Märchen als Dokumente von Riten .............................................................. 36 Sitten und Glaubensvorstellungen im Märchen ........................................... 40 2. Kollektive Erfahrung im Märchen ............................................................... 45 Zu den Begriffen kollektives Unbewusstes und Archetypus ......................... 45 Die archetypische Deutung am Beispiel des Aschenputtel-Zyklus .............. 50 3. Psychoanalytische Ansätze: Kindliche Konflikte und ihre Verarbeitung .... 61 Das Märchen als Phantasie .......................................................................... 63 Soziale Erfahrung verinnerlicht, verzerrt und verschlüsselt ......................... 71 Sexuelle Rivalität zwischen Mutter und Tochter ......................................... 73 4. Volkskundliche Ansätze: Ursprung, Ausbreitung und Klassifikation .......... 77 Ein Beispiel des volkskundlichen Ansatzes an Hand von Birgitta Rooths Studie ........................................................................................................... 82 Eurasien als zusammenhängender Traditionsraum ...................................... 85 5. Strukturalistische Ansätze: Erzählstrukturen und Inhalt .............................. 91 Syntaktische Strukturen im Ansatz von W. Propp ....................................... 91 Semantische Strukturen im Ansatz bei Claude Lévi-Strauss ....................... 94 Greimas’ Aktantmodell .............................................................................. 102 Der Ansatz bei Meletinsky und Mitarbeitern ............................................. 104 Der phänomenologische Ansatz bei Max Lüthi ......................................... 112 8 6. Verbürgerlichung und Trivialisierung des Märchens ................................. 117 Literarische Bearbeitung populärer Stoffe – bürgerlicher Raub oder bürgerliche Erfindung der Volkspoesie? .................................................... 117 Die Kultur des Volkes als Gegenwelt ........................................................ 125 Feminisierung, Intimisierung, Verkindlichung, Patriarchalisierung .......... 132 Teil 2: Systematischer Ansatz ........................................................................... 153 7. Exkurs in eine ästhetische Bildungstheorie ................................................ 155 Fühlen als grundlegende Erfahrung ........................................................... 156 Begreifen und Diskurs ............................................................................... 158 Erleben und ästhetische Kommunikation ................................................... 159 Abschließende Bemerkungen zur Bildungstheorie .................................... 160...

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