Show Less

Die Wohnsituation von MigrantInnen in Wien

Stadtpolitische Diskussion und Politikgestaltung

Series:

Elke Schaupp

MigrantInnen leben in Wien in qualitativ schlechteren Wohnverhältnissen. Sie sind auch subjektiv mit der eigenen Wohnsituation unzufriedener, wie die empirische Grundlagenforschung für Wien 2008 hervorbrachte. Diese Ergebnisse werden in dieser Arbeit vor dem Hintergrund der wissenschaftlichen Theorien zum Phänomen «ethnische Segregation» interpretiert. Die eingehende Darstellung der Wohnsituation von MigrantInnen in Wien mündet schließlich in einer qualitativen Analyse der kommunalpolitischen Debatte im Themenfeld «Wohnen und MigrantInnen», mit besonderem Fokus auf die Periode 2005-2010. Die kommunalpolitische Debatte wird abschließend in Bezug zur wissenschaftlichen Diskussion um «ethnische Segregation» gesetzt, politische Maßnahmen werden vor dem Hintergrund des wissenschaftlichen Erkenntnisstandes bewertet.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

4. Der Wiener Wohnungsmarkt: Ökonomische, soziale und rechtliche Barrieren

Extract

Die Strukturen und Mechanismen des Wohnungsmarktes stellen, so der Tenor bisheriger empirischer Studien (Dangschat 2000, Kohlbacher und Schwab 2002; Kohlbacher und Reeger 2002; Giffinger und Wimmer 2002; Kohlbacher und Reeger 2006), auch in Wien eine der Hauptursachen ethnischer Segregation dar. Mit gleichzeitig eingeschränkten Chancen am Arbeitsmarkt stehen ZuwanderIn- nen in Wien schlechten Integrationsbedingungen gegenüber, die sich „(…) auf dem Wohnungsmarkt in der Benachteiligung von Migranten gegen- über einkommensschwachen einheimischen Haushalten manifestieren.“ (Giffinger/Wimmer 2002, 221). Diese Feststellung steht nicht zuletzt in ursächlichem Zusammenhang mit der Tatsache, dass der Zugang zum Segment des sozialen Wohnbaus in Wien gegenüber ZuwanderInnen lange sehr restriktiv geregelt war, mehr dazu jedoch später. Zunächst erfolgt eine Auseinandersetzung mit den ökonomischen Fakto- ren, die auf die Chancen von MigrantInnen am Wiener Wohnungsmarkt Einfluss zeigen: Grundsätzlich gilt auch für Wien die Diagnose, dass die Situation von Mig- rantInnen am Wohnungsmarkt mit ihrer Position und ihren Einkommenschancen auf dem Arbeitsmarkt verbunden ist (Kohlbacher und Reeger 2007, 305; Troper 1994, 125 – 126). In Österreich sind Menschen mit ausländischer Staatsbürger- schaft - aber auch bereits eingebürgerte MigrantInnen in viel höherem Ausmaß armutsgefährdet - als die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund (Heitzmann und Förster 2007, 392). In Wien manifestiert sich außerdem eine Konzentration der ausländischen StadtbewohnerInnen mit Beschäftigungserlaubnis auf nur ei- nige wenige Branchen des Arbeitsmarktes. Lediglich etwas mehr als ein Drittel der beschäftigten ausländischen Bevölkerung war 2006 in einem Angestellten- verhältnis. AusländerInnen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.