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Die Rechtsstellung des leiblichen Vaters bei der Adoption seines nichtehelichen Kindes

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Vera Meyer

Obwohl Vätern nichtehelicher Kinder mittlerweile ein Einwilligungsrecht in die Adoption eingeräumt ist, sind sie im Adoptionsverfahren immer noch gegenüber Vätern benachteiligt, die mit der Kindesmutter verheiratet sind. Nach einer Darstellung der Entwicklung des Adoptionsrechts seit dem Nichtehelichengesetz von 1969 befasst sich die Autorin mit den derzeitigen adoptionsrechtlichen Regelungen. Dabei untersucht sie die maßgeblichen völker- und verfassungsrechtlichen Grundlagen, um festzustellen, ob die derzeitigen Regelungen diesen gerecht werden. Außerdem widmet sich die Autorin dem Problem, dass sich die leibliche Mutter im Adoptionsverfahren weigert, die Identität des Kindesvaters preiszugeben. Sie stellt Lösungsvorschläge vor mit dem Ziel, die Verwirklichung der Väterrechte zu sichern.

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4. Kapitel. Die Rechtsstellung des Vaters bei der Adoption seines nichtehelichen Kindes nach den Vorschriften des BGB

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I. Die erforderlichen Einwilligungen in die Kindesannahme Für eine Kindesannahme setzt das BGB die Einwilligungen verschiedener Per­ sonen voraus. Nach § 1746 I BGB ist die Einwilligung des Kindes, das ange­ nommen werden soll, erforderlich. § 1747 I 1 BGB schreibt vor, dass die leib­ lichen Eltern in eine Adoption einwilligen müssen. Zudem fordert § 1749 BGB die Einwilligung des Ehegatten des Annehmenden oder des Angenommenen, soweit diese vorhanden sind. Die Wirksamkeit dieser Einwilligungen wird in der Regel inzident in dem Verfahren geprüft, das auf Antrag des Annehmenden zur Adoption führen soll. Besteht allerdings ein besonderes Interesse, die Wirksam­ keit bereits vorab festzustellen, etwa weil einer der Beteiligten die Wirksamkeit seiner Einwilligung in Abrede stellt, kann das Familiengericht auf Antrag sowohl des Annehmenden als auch des Einwilligenden gesondert entscheiden - entwe­ der in einem selbständigen Verfahren vor Stellung des Annahmeantrages oder nach Antragstellung als Teilentscheidung im Annahmeverfahren.674 1. Der Kreis der Einwilligungsberechtigten Gem. § 1747 I 1 BGB ist zur Annahme eines Kindes die Einwilligung der Eltern erforderlich. Die leiblichen Eltern müssen in die Adoption ihres Kindes einwilli­ gen, da die bei Annahmen Minderjähriger vorgesehene Volladoption für sie schwerwiegende Folgen hat. § 1755 I BGB ordnet an, dass mit der Adoption das Verwandtschaftsverhältnis des angenommenen Kindes zu seinen bisherigen Verwandten erlischt.675 Die Regelung des § 1755 I BGB betrifft aber nicht nur die leiblichen Eltern, sondern bringt auch die Beziehung zu den übrigen Ver­ wandten des Kindes zum Erlöschen.676 Besonders für die leiblichen Großeltern...

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