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Die Geschichte des ungarischen Nationalismus

Adam Markus

Die Geschichte des ungarischen Nationalismus bietet einen Überblick über die ungarische Geschichte der letzten 150 Jahre, mit einem besonderen Fokus auf den ungarischen Nationalismus. In zehn Kapiteln wird nicht nur kritisch auf die Geschichte Ungarns ab der Revolution im Jahre 1848 bis zur Machtübernahme Orbáns im Jahre 2010 eingegangen, sondern auch auf den ungarischen Nationalismus, seine Entstehung, seine verschiedenen Typen und seine Ziele. Das Buch soll auch dem nicht-akademischen Publikum die derzeitige politische Situation des Landes und die Mentalität seiner Bevölkerung näher bringen. Darüber hinaus sollen bekannte Geschichtsmythen aufgedeckt und die Propaganda dahinter enthüllt werden.

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3. Magyarisierungspolitik

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Vorgeschichte Die Magyarisierungspolitik, also der Versuch alle in Ungarn lebenden Nationali- täten in die ungarische zu assimilieren, ist eine direkte Folge der politischen Weltlage des 18. und 19. Jahrhunderts. Wurden im vorigen Kapitel auch einige Folgen der nationalistischen Politik und einige bedeutende „nationale – Akteu- re“ kurz vorgestellt, so ist die Frage nach dem Zustandekommen des modernen Nationalismus damit noch nicht beantwortet. Hinsichtlich dieser Frage gibt es auch in der Wissenschaft unterschiedliche Standpunkte, welche politikwissen- schaftlicher oder soziologischer Natur sind und es würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen auf dieses Thema im Detail einzugehen. Gewisse Standpunkte scheinen jedoch eine relativ breite Akzeptanz gefunden zu haben, so werden die Aufklärung, der Machtzuwachs des Bürgertums, die industrielle Revolution, der Absolutismus sowie die Gegenbewegung dazu und die Französische Revolution mit dem Nationalismus in Verbindung gebracht. Unbestritten scheint auch die Tatsache, dass der moderne Nationalismus seinen Ursprung in den techno- logisch höher entwickelten Zentren Westeuropas hatte49. In Ungarn war die Periode zwischen 1711 und 1848 von großen Umwälzun- gen geprägt. Gegenreformation, Integration der ehemals türkischen Gebiete, „aufgeklärter“ Absolutismus sowie die Gegenbewegung des ungarischen Adels, die Französische Revolution, Napoleon, das System Metternich und der entste- hende Nationalitätenkonflikt innerhalb der Monarchie prägten diese knapp 150 Jahre. In dieser Zeit kam es zu keinen größeren Konflikten innerhalb des König- reichs und viele verwüstete Gebiete konnten wieder neu besiedelt werden. So kamen in dieser Zeit zehntausende serbische, rumänische, aber auch viele...

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