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Die Geschichte des ungarischen Nationalismus

Adam Markus

Die Geschichte des ungarischen Nationalismus bietet einen Überblick über die ungarische Geschichte der letzten 150 Jahre, mit einem besonderen Fokus auf den ungarischen Nationalismus. In zehn Kapiteln wird nicht nur kritisch auf die Geschichte Ungarns ab der Revolution im Jahre 1848 bis zur Machtübernahme Orbáns im Jahre 2010 eingegangen, sondern auch auf den ungarischen Nationalismus, seine Entstehung, seine verschiedenen Typen und seine Ziele. Das Buch soll auch dem nicht-akademischen Publikum die derzeitige politische Situation des Landes und die Mentalität seiner Bevölkerung näher bringen. Darüber hinaus sollen bekannte Geschichtsmythen aufgedeckt und die Propaganda dahinter enthüllt werden.

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4. Krieg, Revolution und Reaktion

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Der Erste Weltkrieg Seit Jahren schon waren die Spannungen in Europa sichtbar und auch die unga- rische Regierung spürte nach der Jahrhundertwende, dass die relativ lange Zeit des Friedens bald vorbei sein würde. Die Revolution von 1905 in Russland, die verschärften Spannungen mit Serbien wegen der Annexion Bosnien/ Herzego- winas, die Destabilisierung des Osmanischen Reiches und die daraus folgenden Balkankriege 1912/1913 und der wachsende Konflikt zwischen Frankreich und dem Deutschen Reich waren Indikatoren für den kommenden Krieg. Diese Zei- chen wurden auch von der damaligen Elite richtig gedeutet und es wurden kon- krete Vorbereitungen für einen Krieg getroffen. Auf Seiten der ungarischen Regierung war vor allem der ungarische Parla- mentspräsident und spätere Ministerpräsident István Tisza davon überzeugt, mit allen Mitteln eine Armeereform durchsetzen zu müssen. Als er mithilfe von Sonderverordnungen und ohne parlamentarische Debatte im Juni 1912 im Par- lament über ein neues Armeegesetz abstimmen ließ, kam es zu Massenprotesten der Opposition, die mit Gewalt niedergeschlagen wurden. Dieser Tag ging als blutroter Donnerstag in die ungarische Geschichte ein.117 Dies war ein Wende- punkt für die ungarische Arbeiterbewegung und der Beginn eines autoritären Regimes, in welchem unter anderem die Pressefreiheit, oder die Versammlungs- freiheit eingeschränkt wurden. Tisza erkannte, dass es wichtig sei die Nationali- täten für seine Politik zu gewinnen und konnte zum Beispiel die Lage in Kroa- tien entspannen und mit der rumänischen Nationalpartei zusammenarbeiten118. Die territorialen Forderungen der Minderheiten waren für die...

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