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Erinnerungsliteratur von Jehovas Zeugen als NS-Opfern

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Justyna Haas

Das Buch befasst sich mit Erinnerungstexten von Zeugen Jehovas als einer lange vergessenen Opfergruppe des Nationalsozialismus. Die Autorin stützt ihre Ausführungen auf reiche, neu erschlossene Quellenbestände und literaturwissenschaftliche Ansätze, deren Methodik der Spezifik von Zeitzeugentexten hinsichtlich ihrer Funktionalität gerecht werden kann. Erinnerungstexte verfolgter Zeugen Jehovas werden analysiert und anhand eines umfassend argumentierten Vergleichs mit literarischen Texten zum Holocaust als Erinnerungsliteratur im kultur- und literaturwissenschaftlichen Forschungsfeld platziert. Für die Entwicklung von Toleranz und Zivilcourage stellen sie sich als wichtig und didaktisch verwertbar heraus. So bezweckt die Verfasserin nicht nur, die Erinnerungstexte vor dem Vergessen zu bewahren, sondern legt zudem eine neue Basis für weiterführende historische und literaturwissenschaftliche Auseinandersetzungen.

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2 Forschungsstand

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In den folgenden Ausführungen möchte ich vor allem auf den literaturwissen- schaftlichen bzw. erinnerungskulturellen32 Forschungsstand eingehen, wobei der letzte in Kapitel 9 „Analyse der Texte verfolgter Zeugen Jehovas im Spiegel der Erinnerung“ ausführlich behandelt wird.33 Es wird auf zwei Bereiche hingewiesen: den Forschungsstand in Bezug auf Zeitzeugenberichte einer Literatur und die Erforschung der Berichte von NS- verfolgten Zeugen Jehovas. 2.1 Zeitzeugenberichte in der Literatur Analysen der Erlebnisberichte aus wissenschaftlicher Sicht wurden in zahlrei- cher Form und von unterschiedlichen Wissenschaftlern vorgenommen. Im All- gemeinen lässt sich die Tendenz beobachten, Zeitzeugenberichte einer ge- schichtlichen34, sozialkulturellen,35 quantitativen36 sowie literaturwissenschaftli- 32 Der erinnerungskulturelle Aspekt beinhaltet die Problematik der Erinnerungsvorgänge, der Erinnerungsarbeit und der Erinnerungskultur, die zum Bestandteil der Kultur nach dem Holocaust wurden. Zur damit verbundenen Problematik des aktiven Erinnerns und Gedenkens bzw. der Holocaust-Memorials vgl. Sybil Milton, Holocaust-Memorials: ein amerikanisch-europäischer Vergleich, in: Rolf Steininger (Hrsg.), Der Umgang mit dem Holocaust. Europa – USA–Israel. Schriften des Instituts für Zeitgeschichte der Univer- sität Innsbruck und des Jüdischen Museums Hohenems, Bd. 1, 2. Aufl., Weimar, Böhlau 1994, S. 433ff, 33 Der historische Forschungsstand wird in vorliegender Arbeit in Kapitel 5 näher behan- delt. 34 Das Vorgehen eines Historikers zielt auf die Rekonstruktion der „historischen Realität“ ab, daher werden die Zeitzeugenberichte als absichtliche Überlieferungen nur mit me- thodischem Misstrauen zur Kenntnis genommen, denn „soviel Aufschlussreiches ein Augenzeuge auch berichten kann – es ist doch immer gefärbt durch die Erinnerung (und zusätzlich noch durch...

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