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Erinnerungsliteratur von Jehovas Zeugen als NS-Opfern

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Justyna Haas

Das Buch befasst sich mit Erinnerungstexten von Zeugen Jehovas als einer lange vergessenen Opfergruppe des Nationalsozialismus. Die Autorin stützt ihre Ausführungen auf reiche, neu erschlossene Quellenbestände und literaturwissenschaftliche Ansätze, deren Methodik der Spezifik von Zeitzeugentexten hinsichtlich ihrer Funktionalität gerecht werden kann. Erinnerungstexte verfolgter Zeugen Jehovas werden analysiert und anhand eines umfassend argumentierten Vergleichs mit literarischen Texten zum Holocaust als Erinnerungsliteratur im kultur- und literaturwissenschaftlichen Forschungsfeld platziert. Für die Entwicklung von Toleranz und Zivilcourage stellen sie sich als wichtig und didaktisch verwertbar heraus. So bezweckt die Verfasserin nicht nur, die Erinnerungstexte vor dem Vergessen zu bewahren, sondern legt zudem eine neue Basis für weiterführende historische und literaturwissenschaftliche Auseinandersetzungen.

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3 Gegenstand der Untersuchung

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Unter dem Gegenstand einer wissenschaftlichen Untersuchung können For- schungsfeld und Forschungsziel verstanden werden. 3.1 Forschungsfeld Als Forschungsfeld wird der untersuchte Bereich verstanden. Ich wählte die Zeitzeugentexte, deren Platzierung und Spezifika in der Literaturwissenschaft bis jetzt nur angedeutet wurden.123 Da es unüberschaubare Menge an Texten von Menschen gibt, die Opfer der Verfolgung waren, ist es auch an der Stelle not- wendig, das Regime, die Zeitperiode und die Opfergruppe zu nennen. In mei- nem Fall handelt es sich um die Opfergruppe von Jehovas Zeugen, die während des Nationalsozialismus durch die Nationalsozialisten wegen ihres Glaubens verfolgt worden sind. Als Texte wird ihr Schrifttum verstanden, wobei es sich um ihre privat verfassten Erinnerungen handelt.124 Auch mit dieser Einschränkung ist es noch unmöglich, den gesamten Nach- lass der verfolgten Zeugen Jehovas im Rahmen der vorliegenden Arbeit zu er- fassen, da sie in allen durch die Nationalsozialisten okkupierten europäischen Ländern verfolgt wurden.125 Aus diesem Grund wählte ich als Gegenstand meiner Untersuchung Erinne- rungsliteratur der deutschen und österreichischen Zeugen Jehovas, wobei ich in den einzelnen Fällen auch auf die Berichte von verfolgten Zeugen Jehovas aus 123 Siehe Kap. 5.1: „Holocaustliteratur: Definition und Entwicklung“. 124 Privat verfasste Texte sind solche, die nicht in überarbeiteter Form in den Veröffentli- chungen der Glaubensgemeinschaft erschienen. Die letzteren sind eine wichtige Infor- mationsquelle und können den historischen Kontext sowie die lebensgeschichtlichen Details ergänzen. Bez. Definition des Zeitzeugentextes vgl. Kap. 6.3. 125 Carine Beaurain befasst sich in ihrer Dissertation mit...

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