Show Less

Erinnerungsliteratur von Jehovas Zeugen als NS-Opfern

Series:

Justyna Haas

Das Buch befasst sich mit Erinnerungstexten von Zeugen Jehovas als einer lange vergessenen Opfergruppe des Nationalsozialismus. Die Autorin stützt ihre Ausführungen auf reiche, neu erschlossene Quellenbestände und literaturwissenschaftliche Ansätze, deren Methodik der Spezifik von Zeitzeugentexten hinsichtlich ihrer Funktionalität gerecht werden kann. Erinnerungstexte verfolgter Zeugen Jehovas werden analysiert und anhand eines umfassend argumentierten Vergleichs mit literarischen Texten zum Holocaust als Erinnerungsliteratur im kultur- und literaturwissenschaftlichen Forschungsfeld platziert. Für die Entwicklung von Toleranz und Zivilcourage stellen sie sich als wichtig und didaktisch verwertbar heraus. So bezweckt die Verfasserin nicht nur, die Erinnerungstexte vor dem Vergessen zu bewahren, sondern legt zudem eine neue Basis für weiterführende historische und literaturwissenschaftliche Auseinandersetzungen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

4 Methodologie

Extract

Das griechische Wort „méthodos“ bedeutet „Weg oder Gang einer Untersu- chung“144. So ist die Methodologie in der wissenschaftlichen Forschung ein „auf einem Regelsystem aufbauendes Verfahren zur Erlangung von wissenschaftli- chen Erkenntnissen oder praktischen Ergebnissen“145; sie wird auch als „Art und Weise des Vorgehens“146 definiert. Im Hinblick auf den Untersuchungsgegenstand – das Schrifttum von durch die Nationalsozialisten verfolgten Zeugen Jehovas – war es zunächst erforder- lich, einschlägige Texte zu sammeln und zu präsentieren.147 Um die bereits definierten Forschungsziele zu erreichen148 sind folgende Schritte erforderlich: (1) Theoretische Grundlage. Die Erforschung der Zeitzeugentexte besteht darin, dass ich auf die Holocaustliteratur eingehe und parallele Untersuchungsmo- delle149 vorweise. Die zur Auswertung und Interpretation der Texte erarbeite- ten Modelle basieren auf der biographischen Methode (Biographik), der phä- nomenologischen und sprachwissenschaftlichen Methode (die immanente Analyse des Textes) sowie auch der historisch-soziokulturellen Methode der Literaturwissenschaft (Analyse der gegenseitigen Beziehung von Literatur und Geschichte). Zusätzlich werden die Texte mittels der Methode unter- sucht, die sich auf die Kulturgedächtnis-Theorie stützt.150 (2) Kriterien für die Analyse der mir zugänglichen Literatur werden festgelegt, indem ich literaturwissenschaftliche Kriterien, die sich für derartige Untersu- 144 Das entspringt dem Bedürfnis nach einer „zuverlässigen und nutzbedingten Wahrheits- suche“. Vgl. Gustave Lanson, La méthode de l’historie littéraire, in: Essais de méthode, de critique et d’histoire littéraire. Rassemblés et présentés par Henri Peyere, Paris 1965. 145 Eigentlich „Weg zu etwas hin“; vgl. Duden, 1996, S. 1012. 146...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.