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Ökonomie der Balkanmusik

Der Livemusik-Sektor populärer Balkanmusik in Wien

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Ivona Dermanovic

Dieses Buch beschäftigt sich mit den Besonderheiten des Balkan-Livemusik-Sektors in Wien. Die Autorin präsentiert darin die Ergebnisse ihrer Forschung, die aus Interviews mit Unternehmern, Musikern und anderen Personen der Balkan-Lokalszene sowie einer umfassenden Literatur- und Internetrecherche stammen. Es zeigt sich, dass die Musikszene der ex-jugoslawischen Diaspora über eine eigene wirtschaftliche Infrastruktur verfügt und intensive Beziehungen zur «alten Heimat» bestehen. Seit den 1960ern entstand hier eine lebendige Balkan-Lokalszene, mit starker räumlicher Konzentration innerhalb einzelner Bezirke. Mit bis zu 15 Auftritten pro Wochenende, zählt Wien heute zu den europäischen Städten mit der höchsten Anzahl an regelmäßig stattfindenden Live-Auftritten bekannter Balkan-Stars.

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6. Musikvielfalt des Balkans

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Dieses Kapitel befasst sich mit der Musikvielfalt des Balkans, wobei zunächst ein Überblick über die wichtigsten Entwicklungen der Balkanmusik, anhand dreier historischer Perioden gegeben und da- bei auf die wichtigsten Musikgenres je Periode, eingegangen wird. Von besonderer Relevanz ist der Zeitraum ab dem zweiten Welt- krieg (ab 1945) sowie nach dem Wendejahr 1989. Der letztgenann- ten Periode, ist unter anderem auch die Entwicklung des Turbo-Folk bzw. der Weltmusik am Balkan, zuzuordnen. Die folgenden Ausfüh- rungen sollen vor allem deutlich machen, wie vielfältig die Musik im ehemaligen Jugoslawien war bzw. immer noch ist. Aufgrund der Komplexität des Themas, wird hierbei jedoch auf Details verzichtet und lediglich auf wichtigste Entwicklungen eingegangen, die dem Leser ermöglichen sollen, die Vielfalt und Popularität der Balkan- musik, sowohl auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens als auch in der Diaspora, nachzuvollziehen. Die Bedeutung der Musik in einer und für eine Gesellschaft, lässt sich anhand der folgenden Feststellung, ganz gut demonstrieren: „Musik ist funktional. Es existiert kein Ritual in der Geschichte der Menschheit ohne Musik […]“185 Durch Musik lassen sich sowohl Freude und Glück ausdrücken, als auch Angst, Harmonie, Hass oder Ablehnung erzeugen. Damit ver- wundert die Verwendung der Musik als politisches Instrument kaum. Traditionelle Musik wird vor allem als Ausdruck einer be- stimmten Identität betrachtet und häufig zur Schaffung einer natio- nalen Identität eingesetzt. Dabei kann es sich um eine lokale, ethni- sche, soziale, nationale oder religiöse Identität handeln.186 Um die Vielfalt...

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