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Symbole der Macht?

Aspekte mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Architektur

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Edited By Olaf Wagener

Burgen gelten gemeinhin als Symbole der Macht – aber hält diese Annahme einer wissenschaftlichen Untersuchung stand? Im Rahmen einer Tagung in Oberfell an der Mosel im November 2011 wurde diese Frage thematisiert. Eine Vielzahl von Vorträgen aus verschiedenen Disziplinen beleuchtete unterschiedliche architektonische Objekte aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit. Bewusst wurde die Burg nicht als singuläres Bauwerk behandelt, sondern in den Kontext herrschaftlicher Architektur im Allgemeinen zurückgeholt. Daher wurden in den Beiträgen Burgen, Sakralbauten, Zeughäuser, Brücken oder auch Rathäuser behandelt, und dabei immer in den Kontext von Landschaft und Gesellschaft eingebettet. Der zeitliche Rahmen erstreckte sich vom hohen Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit, um so auch den Wandel nicht nur der architektonischen Formen, sondern auch ihrer Wahrnehmung aufzeigen zu können.

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Baunachricht oder Herrschaftszeichen? Über einige profane ‚Bauinschriften‘ aus staufischer Zeit. Alfons Zettler

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Baunachricht oder Herrschaftszeichen ? Über einige profane ‚Bauinschriften‘ aus staufischer Zeit Alfons Zettler I Ausgangspunkt dieser Bemerkungen ist ein Inschriftbruchstück aus Breisach am Rhein. Es stammt aus der Oberstadt und konnte im Zusammenhang mit der Einrichtung des örtlichen Museums als Rest eines Epigrafen vom alten Schloss identifiziert werden.1 Die Inschrift war – wie ihr mutmaßliches Pendant vom zähringischen Schloss zu Burgdorf – zuvor nur aus unsicherer literarischer Überlieferung bekannt gewesen: 2 Hanc dux Berchtoldus portam struxisse notatur / per quam pro fraude Burgundie gens depopulatur („Dieses Schloss erbaute Herzog Bertold, so sei berichtet, / von dem das treulose Burgundervolk wurd’ vernichtet“).3 Auf dem Bruchstück haben sich drei Lettern von „Berchtoldus“ in der ersten Zeile und drei Lettern von „fraude“ in der zweiten Zeile erhalten. Mit dem Bauherrn Bertold ist ohne Zweifel einer der letzten Zähringer Herzöge bezeichnet, der vierte oder fünfte dieses Namens, denn es waren die Zähringer, die seit dem Jahr 1127 das vom Reich zu Lehen gehende Amt des Rektors von (Hoch-)Burgund bekleideten.4 Die Inschrift weiß von einer Burgunder- 1 Gabriele Weber, „Hanc Dux Berchtoldus…“ Zur Wiederauffindung eines zähringischen Inschriftenfragmentes von der Breisacher Burg, in: Denkmalpflege in Baden-Württemberg. Nachrichtenblatt des Landesdenkmalamtes 91, 1992, S. 52 –54; vgl. Michael Schmaedecke, Der Breisacher Münsterberg. Topographie und Entwicklung (Forschungen und Berichte der Archäologie des Mittelalters in Baden-Württemberg 11), Stuttgart 1992, S. 85 f.; Alfons Zettler, Breisach (FR), in: Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau I. Nördlicher Teil. Halbband A...

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