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Symbole der Macht?

Aspekte mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Architektur

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Edited By Olaf Wagener

Burgen gelten gemeinhin als Symbole der Macht – aber hält diese Annahme einer wissenschaftlichen Untersuchung stand? Im Rahmen einer Tagung in Oberfell an der Mosel im November 2011 wurde diese Frage thematisiert. Eine Vielzahl von Vorträgen aus verschiedenen Disziplinen beleuchtete unterschiedliche architektonische Objekte aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit. Bewusst wurde die Burg nicht als singuläres Bauwerk behandelt, sondern in den Kontext herrschaftlicher Architektur im Allgemeinen zurückgeholt. Daher wurden in den Beiträgen Burgen, Sakralbauten, Zeughäuser, Brücken oder auch Rathäuser behandelt, und dabei immer in den Kontext von Landschaft und Gesellschaft eingebettet. Der zeitliche Rahmen erstreckte sich vom hohen Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit, um so auch den Wandel nicht nur der architektonischen Formen, sondern auch ihrer Wahrnehmung aufzeigen zu können.

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Die Frage der Aussicht an Beispielen kleiner Feudalsitze (Festen) in Böhmen. Michael Rykl

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Die Frage der Aussicht an Beispielen kleiner Feudalsitze (Festen) in Böhmen Michael Rykl Bei der Erforschung der Raumanordnung im Baukörper kleiner Feudalsitze – sogenann- ter Festen – aus dem Spätmittelalter in Böhmen sind einige Tatsachen zu beobachten, die belegen, dass der Ausblick aus den verschiedenen Räumen der Festen in ihre Umgebung eine unterschiedliche Qualität und Bestimmung aufweist. Der vorliegende Beitrag stellt keine systematische Studie dar, sondern behandelt lediglich einzelne Fallbeispiele.1 Ganz am Anfang ein wichtiger Hinweis: Jede Aussicht ist erst nach dem Öffnen des Fensters bzw. Fensterladens möglich, weil die Verglasungen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit nicht durchsichtig, sondern nur durchscheinend waren. 1. Außerordentliche Aussicht In diesem Kapitel gilt die Aufmerksamkeit den Türmen von Festen, von denen aus eine qualitativ außerordentliche Aussicht möglich war. Um die Besonderheit der folgenden Beispiele richtig zu begreifen, muss man sich zuerst die übliche Raumgestalt der Türme vorstellen. In der überwiegenden Zahl der Fälle besteht der Turm aus drei Geschoßen: Das Erdgeschoß ist vorwiegend nur aus dem ersten Obergeschoß über eine Innentreppe zugänglich und wird, nach seiner Baugestalt zu urteilen, als Lagerraum benutzt. Das erste Obergeschoß ist meistens das Eingangsgeschoß. Nach der Aussage der Putzoberflächen, der Fenstergröße und Fenstergestalt handelte sich wieder nur um einen Lager- und Durchgangsraum. Weil er – im Gegensatz zum Erdgeschoß – schon trocken ist, ist auch mit der Funktion eines Speichers zu rechnen.2 Erst im zweiten Obergeschoß befindet sich ein Raum, 1 Die vorliegenden...

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