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Symbole der Macht?

Aspekte mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Architektur

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Edited By Olaf Wagener

Burgen gelten gemeinhin als Symbole der Macht – aber hält diese Annahme einer wissenschaftlichen Untersuchung stand? Im Rahmen einer Tagung in Oberfell an der Mosel im November 2011 wurde diese Frage thematisiert. Eine Vielzahl von Vorträgen aus verschiedenen Disziplinen beleuchtete unterschiedliche architektonische Objekte aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit. Bewusst wurde die Burg nicht als singuläres Bauwerk behandelt, sondern in den Kontext herrschaftlicher Architektur im Allgemeinen zurückgeholt. Daher wurden in den Beiträgen Burgen, Sakralbauten, Zeughäuser, Brücken oder auch Rathäuser behandelt, und dabei immer in den Kontext von Landschaft und Gesellschaft eingebettet. Der zeitliche Rahmen erstreckte sich vom hohen Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit, um so auch den Wandel nicht nur der architektonischen Formen, sondern auch ihrer Wahrnehmung aufzeigen zu können.

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Baumaterial und Farbe – Symbole der Macht? Zu mittelalterlichen Backsteinbauten in Thüringen östlich der Saale. Peter Sachenbacher

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Baumaterial und Farbe – Symbole der Macht ? Zu mittelalterlichen Backsteinbauten in Thüringen östlich der Saale Peter Sachenbacher Die Frage, inwieweit Burgen an sich ein Symbol von Macht und Herrschaft darstellen, wird sicher grundsätzlich zu bejahen sein. Dabei soll untersucht werden, inwieweit diese Feststellung vor allem für die Topografie von Burgen, bestimmte Bauten in Burgen, Farbe und Baumaterial von Burgen zutreffend ist.1 Auch wenn das scheinbar selbstverständlich erscheint, ist immer wieder auf die Tatsache hinzuweisen, dass Burgen wie alle historischen Gegebenheiten eine Er- scheinung in Raum und Zeit darstellen und in dieses Umfeld einzuordnen sind. Es ist einerseits davon auszugehen, dass Burgen auch in Thüringen bereits in ur- und frühgeschichtlicher Zeit existieren und dass sie keinesfalls mit dem Mittelalter ihre Existenzberechtigung verlieren. Zum anderen unterscheidet sich in Bezug auf das frühe und hohe Mittelalter – grob betrachtet – der Raum Thüringens östlich der Saale grundsätzlich von dem westlich des Flusses. Ab dem 7. Jahrhundert können wir östlich der Saale keine Besiedlung mehr fassen. Im 8. Jahrhundert wandern von Nor- den kommend entlang der größeren Fließgewässer Slawen nach Thüringen ein. West- lich der Saale treffen sie auf seit Jahrhunderten hier siedelnde Germanen. Von da ab bildet Thüringen eine Kontaktzone von Slawen und Germanen / Deutschen, die wir heute bekanntlich als Germania Slavica bezeichnen. Meines Erachtens bildet Thü- ringen von da ab bis in das hohe Mittelalter vier Zonen der Germania Slavica.2 Es ist grundsätzlich festzustellen, dass Burgen in...

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