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Altruismus – ein psycho-physisches PhAltruismus – ein psycho-physisches Phänomen

Entwicklungsstufen der Interpretation des Phänomens

Herta Mayerhofer

Die Arbeit setzt sich das Ziel, zu zeigen, wie es in der europäischen Geistesgeschichte zur Ausbildung eines personalen Ich gekommen ist. Dadurch kann sich der Mensch als eigenständige Person erkennen und Eigenverantwortung für seine Handlungen übernehmen, deren Auswirkungen auch die anderen betreffen. Um den Anderen in seinen Ansprüchen und Bedürfnissen wahrzunehmen, bedarf es nicht nur des Verstandes, sondern auch des Gefühls. Die moderne «Philosophie der Gefühle» und die aktuelle Hirnforschung bieten mit ihren Ergebnissen die Chance, zu erkennen, dass dem Menschen aufgrund seiner psycho-physischen Ausstattung die Rücksichtnahme auf den Anderen sowohl möglich als auch für ihn selbst förderlich ist. Der letzte Abschnitt der Untersuchung zeigt, dass die Ansprüche der anderen in der Moral und den Gesetzen verankert werden müssen, um Wirksamkeit zu entfalten.

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IV. Die moderne Hirnforschung und ihreKonsequenzen für die Bewusstseinsforschung

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185 IV. Die moderne Hirnforschung und ihre Konsequenzen für die Bewusstseinsforschung Bereits in der Zeit der Aufklärung entwickelte sich ein vorher nie aufgetretener Fortschrittsgedanke: der Mensch solle sich von den Institutionen, die ihn in der Vergangenheit bestimmt haben, distanzieren und sich des von den Naturwissen- schaften bereitgestellten Wissens bedienen, um sich von den ihm auferlegten Zwängen zu befreien. Allerdings wurde und wird der Mensch selbst immer mehr Forschungsgegenstand der Naturwissenschaften, die den menschlichen Körper und das menschliche Gehirn mit immer präziseren Mitteln und Methoden zu er- forschen und zu erklären suchen. Die Ergebnisse der Hirnforschung entstammen allerdings einem kulturellen Kontext und können deshalb nicht für sich selbst stehen, sondern bedürfen einer Deutung, an der sich mehrere Wissenschaften zu beteiligen haben. IV.1. Mittel und Methoden der modernen Hirnforschung Bis in die 1950er Jahre war die Hirnforschung vorwiegend ein Forschungsgebiet der Medizin, Neuropathologie, Neuroanatomie und Neurophysiologie widmeten sich der Erforschung der Ursachen psychischer und psychiatrischer Erkrankun- gen und dabei für allem der Erkrankung des Nervensystems. Durch das Seziermesser und das Lichtmikroskop, die als Werkzeuge zur Verfügung standen, wurden Untersuchungen am Gehirn Verstorbener vorge- nommen und daraus Schlüsse auf Sitz und Ausmaß hirnphysiologischer Läsio- nen gezogen. Angeregt durch die Molekularbiologie, die die Ursache von Ner- ven- und psychischen Erkrankungen auf Fehlfunktionen von zellulären und sub- zellulären Strukturen und Prozessen rückführte, konnten die Disziplinen der Neurowissenschaften einen bedeutenden Entwicklungsschub verzeichnen. Heute steht der modernen Hirnforschung ein faszinierendes...

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