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Einfluss der IFRS auf die Rechnungslegungspraxis

Eine theoretische und empirische Analyse in ausgewählten Ländern der EU

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Thomas Kemper-Scharpegge

Kapitalmarktorientierte Unternehmen in der EU haben ihre Konzernabschlüsse seit 2005 nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) zu erstellen. Ziel ist es, die Rechnungslegungsadressaten mit hochwertigen Informationen über die wirtschaftliche Lage zu versorgen. Fraglich ist jedoch, ob die IFRS-Einführung dies allein erreichen kann. So wird die Rechnungslegungspraxis nicht nur von Normen, sondern auch von institutionellen Faktoren beeinflusst. Anhand ausgewählter Eigenschaften von Ergebnisgrößen untersucht der Autor vor diesem Hintergrund, inwiefern die Umstellung auf die IFRS eine qualitative Veränderung der Rechnungslegungspraxis in ausgewählten Ländern der EU erkennen lässt. Daran anknüpfend geht er der Frage nach, inwiefern bestimmte Unternehmen besondere Anreize zu einer hochwertigen IFRS-Rechnungslegung haben.

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1 Einleitung

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1.1 Problemstellung Die in 2002 durch das Europäische Parlament verabschiedete EU-Verordnung1 (IAS-Verordnung) verpflichtet kapitalmarktorientierte Unternehmen in der EU seit 2005 dazu, ihre Konzernrechnungslegung nach den IFRS2 vorzunehmen.3 Durch Anwendung dieser vom IASB als „high quality“4 bezeichneten Rech- nungslegungsregeln soll die Qualität der Konzernabschlüsse verbessert werden, um Informationsasymmetrien zwischen den am Rechnungslegungsprozess betei- ligten Akteuren zu reduzieren und schließlich die Kapitalkosten von Unterneh- men zu senken.5 Letzteres wird als ein „zentrales Ziel der Internationalisierung der Rechnungslegung“6 gesehen. Die Hauptaufgabe der Rechnungslegung liegt folglich darin, den Adressaten entscheidungsnützliche Informationen zur Verfü- gung zu stellen, um sich ein Bild über die wirtschaftliche Lage eines Unterneh- mens machen und daraus Entscheidungen ableiten zu können.7 Zentrales Ziel der IFRS-Anwendung ist es demnach, „eine effiziente Funk- tionsweise des Kapitalmarkts“8 sicherzustellen, was zugleich als ein Merkmal dienen kann, die „Qualität der Rechnungslegung“ näher zu konkretisieren. Eine hochwertige Rechnungslegung trägt in diesem Sinne dazu bei, die Kapitalmärkte bei der Allokation des Kapitals zu unterstützen.9 Rechnungslegung kann in die- sem Zusammenhang als eine Sprache verstanden werden, die als ein Kommuni- kationsinstrument gegenüber den Rechnungslegungsadressaten dient und nur dann funktionieren kann, wenn einheitliche und in einer zuvor definierten An- 1 Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19.07.2002 betreffend die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards. 2 Die in der vorliegenden Arbeit verwendete Bezeichnung „IFRS“ beinhaltet sowohl die durch das IASB genehmigten Standards und Interpretationen als auch die im Rahmen der fr...

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