Show Less

Die Qual der Wahl des Durchführungsweges

Eine Untersuchung der Charakteristika und Risiken der Durchführungswege im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung durch Entgeltumwandlung

Series:

Nadine Lilienthal

Diese Arbeit befasst sich mit der betrieblichen Altersversorgung durch Entgeltumwandlung. Als Instrumente der Entgeltumwandlung stehen nach dem BetrAVG fünf unterschiedliche Durchführungswege zur Verfügung – doch die Entscheidung für einen dieser Wege wirft zahlreiche Fragen auf. Die Arbeit zeigt rechtliche Unterschiede zwischen diesen Durchführungswegen auf und beschäftigt sich mit dem Erfordernis der Wertgleichheit der Entgeltumwandlung sowie der Zulässigkeit der Verwendung gezillmerter Tarife. Für den Bereich der Entgeltumwandlung enthalten verschiedene Gesetze und Rechtsprechungen Auskunfts-, Beratungs- und Informationspflichten, die aber nicht für alle Durchführungswege gleichermaßen gelten. Die Arbeit untersucht demnach, inwieweit sich der Arbeitgeber informieren muss und ob die Informationspflichten dem Arbeitgeber oder einem zwischengeschalteten Versorgungsträger obliegen. Abschließend wird dargelegt, welche Ansprüche der Arbeitnehmer bei mangelnder Information gegenüber dem Arbeitgeber oder einem Versorgungsträger geltend machen kann.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Kapitel 6 Problematik gezillmerter Tarife bei Entgeltumwandlung

Extract

Bei Vereinbarung einer Entgeltumwandlung fallen Abschlusskosten an, die, wie bereits dargestellt, grundsätzlich vom Arbeitnehmer zu tragen sind. Damit ist die Problematik der Abschlusskosten, insbesondere sogenannter gezillmerter Tarife, aber keineswegs erschöpft. Die Besonderheit eines gezillmerten Tarifs liegt da- rin, dass die zu leistenden Abschlusskosten vollständig in den ersten Jahren der Entgeltumwandlung mit den Beiträgen verrechnet werden. Dies hat zur Folge, dass in den ersten Jahren der Entgeltumwandlung kaum Deckungskapital aufge- baut wird. Dies kann sich beispielsweise bei einem Arbeitsplatzwechsel und ei- ner deswegen erfolgten frühzeitigen Auszahlung der bereits angesammelten Ver- sorgungsleistungen für den Arbeitnehmer sehr negativ bemerkbar machen. Sehr praxisrelevant und in der Öffentlichkeit stark diskutiert wird die grundsätzliche Zulässigkeit solcher gezillmerten Tarife bzw. die Frage, über welchen Zeitraum die Abschlusskosten mit den Beiträgen des Arbeitnehmers verrechnet werden dürfen. In diesem Zusammenhang werden u. a. sowohl Verstöße gezillmerter Ta- rife gegen Regelungen der Flexibilität und Portabilität, als auch ein Verstoß ge- gen das Gebot der Wertgleichheit diskutiert. A. Gezillmerte Tarife I. Begriffserklärung Der Begriff der Zillmerung geht zurück auf den Versicherungsmathematiker Dr. August Zillmer (1831-1893). Es handelt sich um ein Verfahren zur Berücksichti- gung bereits angefallener, aber noch nicht getilgter Abschlusskosten bei der Be- rechnung der Deckungsrückstellung. Versicherungsverträge können sowohl mit gezillmerten als auch mit ungezillmerten Tarifen abgeschlossen werden. Wird eine Zillmerung vereinbart, werden die Abschlusskosten für den Versicherungs- vertrag von Anfang an in voller Höhe negativ auf das Deckungskapital...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.