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Sprache und Genuss

Beiträge des Symposiums zu Ehren von Peter Kupfer

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Edited By Cornelia Schindelin and Michael Poerner

Zehn Sinolog/inn/en haben im Frühjahr 2011 Peter Kupfer zu Ehren sprach- und kulturwissenschaftliche Beiträge rund um die Themen «Sprache und Genuss» vorgelegt. In den meisten spielt Wein bzw. jiŭ eine Rolle, der gekeltert oder gebrannt, mit Chrysanthemen verfeinert, Gästen kredenzt, gesoffen und besungen wird. Dazu werden durchaus überraschende Speisen gereicht, vor allem in Mo Yans Roman «Die Schnapsstadt». Schreiben und Lesen über Schönes wie Trauriges wäre ohne Sprache und Übersetzung nicht denk- oder gar genießbar. Daher beschäftigen sich zwei Beiträge auch mit Herausforderungen beim Übersetzen aus dem Chinesischen ins Deutsche. Wie weit der Zusammenhang zwischen Sprache und Genuss reicht, zeigt auch die Frage, wie chinesische Geschäftsleute die hiesige Geschäftskultur erleben – als Genuss?

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Laudatio

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Lieber Herr Kupfer, liebe Kellner und Organisatoren dieses Symposions, liebe Köche und Beiträger, liebe Mitspeisenden, liebes Publikum, ich habe das große Vergnügen und die Ehre, als gerade gewählter – und im Rahmen dieses Kolloquiums bietet sich an zu sagen, als frisch gebackener und gewissermaßen noch duftig lockerer – Dekan die Laudatio auf den hier zu Ehrenden zu halten. Die Rede ist von Herrn Kollegen Kupfer, den Sie alle kennen, und der heute eine mehr als 30-jährige Lehrtätigkeit an diesem Fach- bereich beendet. Genau genommen beendet er sie – zu unser aller Glück – noch nicht ganz. Es gibt im kommenden Semester sozusagen noch einen Nachschlag, oder ein Absackerle, und das schlägt dem Hauch von Endgültigkeit, den Abschiedsveranstaltungen zumeist atmen, noch ein kleines Schnippchen. Im Programm bin ich unter der Rubrik „Vorspeisen/Hors d’oeuvre/Appe- tizer“ mit einer Laudatio angekündigt. Das stellt mich gleich vor ein Problem. Nicht nur weil es eine ganze Reihe unter Ihnen gibt, die Herrn Kupfer viel besser und viel länger kennen als ich, sondern auch weil ich mir die Frage stelle, ob denn eine Laudatio überhaupt unter die Rubrik „Appetizer“ passt? Soll ich Ihnen ein sämiges wissenschaftliches Süppchen auftischen, soll ich mich an biographische Crudités wagen oder soll ich die Gangbezeichnung weit interpre- tieren und ihnen einfach einen feinen Aperitif kredenzen. Ich gestehe, ich kann mich nicht recht entscheiden. Kruditäten scheiden aus, weil es nicht die Saison ist und weil ich keine im Angebot habe,...

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