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Sprache und Genuss

Beiträge des Symposiums zu Ehren von Peter Kupfer

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Edited By Cornelia Schindelin and Michael Poerner

Zehn Sinolog/inn/en haben im Frühjahr 2011 Peter Kupfer zu Ehren sprach- und kulturwissenschaftliche Beiträge rund um die Themen «Sprache und Genuss» vorgelegt. In den meisten spielt Wein bzw. jiŭ eine Rolle, der gekeltert oder gebrannt, mit Chrysanthemen verfeinert, Gästen kredenzt, gesoffen und besungen wird. Dazu werden durchaus überraschende Speisen gereicht, vor allem in Mo Yans Roman «Die Schnapsstadt». Schreiben und Lesen über Schönes wie Trauriges wäre ohne Sprache und Übersetzung nicht denk- oder gar genießbar. Daher beschäftigen sich zwei Beiträge auch mit Herausforderungen beim Übersetzen aus dem Chinesischen ins Deutsche. Wie weit der Zusammenhang zwischen Sprache und Genuss reicht, zeigt auch die Frage, wie chinesische Geschäftsleute die hiesige Geschäftskultur erleben – als Genuss?

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Methode und Lektüre. François Jullien und die Deutung chinesischer Philosophie: Wolfgang Kubin

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Methode und Lektüre François Jullien und die Deutung chinesischer Philosophie1 Wolfgang Kubin Die chinesische Philosophie gilt manchen Gelehrten nicht unbedingt als Philo- sophie, und wenn doch als Philosophie, so entweder als zu einfach oder als schwer nachvollziehbar.2 Ansichten wie diese hört man nicht nur in Europa, sondern auch in China. Ich will hier nicht der Frage nachgehen, ob wir es in Fällen wie diesen bloß mit Meinungsäußerungen oder gar schon mit Tatsachen zu tun haben. Ich möchte lieber die Problematik einer Kunst von schwieriger Lektüre aufbringen: Wie lesen wir einen (chinesischen) Text, der nicht zu uns spricht? Bekanntlich ist gemäß der modernen Hermeneutik ein Werk, das kein Gespräch mit uns beginnt, ein totes Werk.3 Gleichwohl wissen wir aber auch, dass etwas, was wir heute noch nicht goutieren, morgen dennoch unsere ganze Zuneigung gewinnen kann. Wie ist das möglich, und was ist in einem solchen Fall mit uns zwischen den beiden Akten unseres Lebens passiert? Ich darf mich als Beispiel anführen und mich daher wiederholen: Bedingt durch meine frühe Hegel-Lektüre in Wien (1968), meinen ersten Chinesisch- lehrer in Münster (1969) und durch die Studienzeit während der Kultur- revolution in Peking (1974/75) hegte ich für Konfuzius (551-479) keinerlei Interesse. Er schien mir zu langweilig, zu banal und im Vergleich zu der von mir favorisierten griechischen Philosophie alles andere als philosophisch. Wie kommt es dann aber, dass ich heute Die Gespräche des Konfuzius (Lunyu) nicht gerade...

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