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Sprache und Genuss

Beiträge des Symposiums zu Ehren von Peter Kupfer

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Edited By Cornelia Schindelin and Michael Poerner

Zehn Sinolog/inn/en haben im Frühjahr 2011 Peter Kupfer zu Ehren sprach- und kulturwissenschaftliche Beiträge rund um die Themen «Sprache und Genuss» vorgelegt. In den meisten spielt Wein bzw. jiŭ eine Rolle, der gekeltert oder gebrannt, mit Chrysanthemen verfeinert, Gästen kredenzt, gesoffen und besungen wird. Dazu werden durchaus überraschende Speisen gereicht, vor allem in Mo Yans Roman «Die Schnapsstadt». Schreiben und Lesen über Schönes wie Trauriges wäre ohne Sprache und Übersetzung nicht denk- oder gar genießbar. Daher beschäftigen sich zwei Beiträge auch mit Herausforderungen beim Übersetzen aus dem Chinesischen ins Deutsche. Wie weit der Zusammenhang zwischen Sprache und Genuss reicht, zeigt auch die Frage, wie chinesische Geschäftsleute die hiesige Geschäftskultur erleben – als Genuss?

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Chinesische Romane in deutscher Übersetzung – auch ein „Genuss“. Aber für wen?: Ulrich Kautz

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Chinesische Romane in deutscher Übersetzung – auch ein „Genuss“ Aber für wen? Ulrich Kautz „Sprache und Genuss“, das ist das Motto unseres Symposiums zu Ehren Peter Kupfers. In diesem Zusammenhang drängt es sich geradezu auf, vom Überset- zen – dem Übersetzen von Literatur – zu reden, denn man könnte mit Fug und Recht sagen, in der Belletristikübersetzung verbindet sich beides, Sprache und Genuss, oder sagen wir allgemeiner: Freude. Im Folgenden möchte ich deshalb ein paar mehr oder minder grundsätzliche Überlegungen zur Übersetzung chine- sischer Literatur in die deutsche Sprache anstellen, und zwar sowohl aus der Sicht des Übersetzungswissenschaftlers und Sinologen als auch aus der Sicht des aktiven Übersetzers. Cui bono? Die erste Frage, die sich stellt, wenn wir das Motto „Sprache und Genuss“ hier einmal wörtlich auf das Übersetzen anwenden, ist: Wer hat Freude an übersetz- ter Literatur? Der Leser? Der Autor? Der Verleger? Der Übersetzer? Oder alle zusammen? Hier kann ich – aus Platzgründen – nur ein paar kleine Schlaglichter setzen, um die komplexe Gemengelage zu beleuchten. Betrachten wir zunächst den Übersetzer. Wie sagte der uns allen wohl bekannte, leider früh verstorbene Hans Vermeer? „Es macht Spaß, Möglichkei- ten auszuprobieren ... und sich dann für eine aus mehreren zu entscheiden, weil man sie als die fallspezifisch möglichst optimale begründen kann.“ (Vermeer 2007: 141) Was den Übersetzer betrifft, ist die Sache also relativ klar; da seine Arbeit im folgenden Text im Mittelpunkt stehen wird, lasse ich es hier mit diesem Zitat bewenden....

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