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Sprache und Genuss

Beiträge des Symposiums zu Ehren von Peter Kupfer

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Edited By Cornelia Schindelin and Michael Poerner

Zehn Sinolog/inn/en haben im Frühjahr 2011 Peter Kupfer zu Ehren sprach- und kulturwissenschaftliche Beiträge rund um die Themen «Sprache und Genuss» vorgelegt. In den meisten spielt Wein bzw. jiŭ eine Rolle, der gekeltert oder gebrannt, mit Chrysanthemen verfeinert, Gästen kredenzt, gesoffen und besungen wird. Dazu werden durchaus überraschende Speisen gereicht, vor allem in Mo Yans Roman «Die Schnapsstadt». Schreiben und Lesen über Schönes wie Trauriges wäre ohne Sprache und Übersetzung nicht denk- oder gar genießbar. Daher beschäftigen sich zwei Beiträge auch mit Herausforderungen beim Übersetzen aus dem Chinesischen ins Deutsche. Wie weit der Zusammenhang zwischen Sprache und Genuss reicht, zeigt auch die Frage, wie chinesische Geschäftsleute die hiesige Geschäftskultur erleben – als Genuss?

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Sprache als Waffe – Sprache als Genuss. Chinesischer Journalismus zwischen Investigation und Kommerz in zeitgenössischen Unterhaltungsmedien: Ylva Monschein

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Sprache als Waffe – Sprache als Genuss Chinesischer Journalismus zwischen Investigation und Kommerz in zeitgenössischen Unterhaltungsmedien Ylva Monschein 1. Einleitung: „Tanz in Ketten“ Zwei Themenblöcke, bezogen auf den chinesischen Kulturkreis, haben die aka- demische Vita des Jubilars in besonderem Maße geprägt: Der Wein im Kontext der Kulinaristik und die Sprache vor dem Hintergrund der Translationswissen- schaft. Wein wie Sprache können sowohl als Genussmittel als auch als Werk- zeug bzw. Waffe eingesetzt werden und auch eine Rolle bei der Wahrheitsfin- dung spielen. Da zum Wein allgemein und zu seinen Verwendungsmöglichkei- ten im Besonderen vom Jubilar oder auf seine Initiative hin bereits vielfach publiziert wurde,1 soll es hier um Sprache in ihrer Doppelfunktion als Genuss- mittel und Waffe, also um Recherchejournalismus und um seine Darstellung in ausgewählten Unterhaltungsmedien (Literatur und Film) gehen.2 In der Funktion eines machtvollen Kommunikationsmediums wuchs dem Recherchejournalismus in China während der letzten beiden Dekaden eine be- sondere Rolle zu. Die in der Kulturrevolution politisch zweckentfremdete, regel- haft instrumentalisierte Berichterstattung entwickelte sich nicht nur zum neuen Medium parteiinterner Reformer, sondern wurde auch zum Sprachrohr von Kräften, die sich nicht selten im Widerspruch zur herrschenden Linie befanden. In dem Maße, in dem sich die Presse „Freiheiten“ herausnahm und ihre Existenz aufs Spiel setzte, wuchs ihre Attraktivität für die Leserschaft. Das Agieren im politisch reglementierten Spannungsfeld zwischen Investigation und Kommerz kann man, in Anlehnung an Zhao Yuezhi, mit einem „Tanz in Ketten“ (Zhao 1998: 119)3 vergleichen. 1 Zum...

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