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Sprachkontakt, Sprachvariation, Migration: Methodenfragen und Prozessanalysen

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Edited By Thomas Stehl, Claudia Schlaak and Lena Busse

In diesem Sammelband werden Beiträge zu der Sektion «Sprachkontakt, Sprachvariation, Migration: Methodenfragen und Prozessanalysen» publiziert, die im Rahmen des XXXII. Romanistentages Romanistik im Dialog vom 25.09. bis 28.09.2011 in Berlin stattfand. Schwerpunkt der Sektionsarbeit war die kontrastive Gegenüberstellung von ortsstabilen, statischen und ortsmobilen, dynamischen Sprachkontakten, wobei vor allem die durch Migration ausgelösten Prozesse von Sprachkontakt, Sprachwandel und sprachlich vermitteltem Kulturtransfer sowie deren Ausprägungen und Folgen im Zentrum der Analyse stehen sollten.

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Das Frankoprovenzalische in Frankreich und Italien - Eine kontrastive Darstellung des Sprachkontakts

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0. Einleitung Das französische Territorium lässt sich in zwei große Sprachräume un­ terteilen: Im Norden befindet sich das Gebiet der langue d'oïl und im Süden das der langue d'oc. Zwischen diesen beiden Gebieten befinden sich des Weiteren zwei kleine intermediäre Sprachräume: der soge­ nannte croissant, in dem sich sprachliche Charakteristika der langue d'oïl und der langue d'oc miteinander verbinden, und das im Osten Frankreichs gelegene frankoprovenzalische Sprachgebiet. Diese aire fran- coprovençale liegt im Dreiländereck Frankreich - Schweiz - Italien und umfasst das Gebiet des Dauphiné mit Grenoble, Savoyen, den Lyonnais, die Franche-Comté, die Westschweiz (Genf, Neuchâtel, Waad, die frankophonen Gebiete der Kantone Wallis und Fribourg), jedoch oh­ ne den Kanton Jura und ohne den Berner Jura, das Aostatal und den an dies angrenzenden Nordwesten des Piemonts bis zur Valle di Susa. Abbildung 1: www.arpitania.eu Heike Jauch 135 136 Heike Jauch In den untersuchten Gebieten Aostatal und Savoyen steht das mehr oder minder vitale Frankoprovenzalische nicht nur in Kontakt mit dem italie­ nischen und französischen Standard, sondern ebenfalls mit dem italiano regionale, dem français régional und den ansässigen Dialekten: Die einstige klassische Diglossiesituation ist nunmehr in eine Pluriglossie überge­ gangen. Durch den Kontakt zwischen den Sprachsystemen werden Inter­ ferenzen gefördert, da der jeweilige Sprecher die Struktur seiner erster­ worbenen Sprache auf das zweite Sprachsystem überträgt, d.h. Sprecher der älteren Generation übertragen die Struktur des Frankoprovenzali- schen auf das Französische bzw. Italienische und...

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