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Sprachkontakt, Sprachvariation, Migration: Methodenfragen und Prozessanalysen

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Edited By Thomas Stehl, Claudia Schlaak and Lena Busse

In diesem Sammelband werden Beiträge zu der Sektion «Sprachkontakt, Sprachvariation, Migration: Methodenfragen und Prozessanalysen» publiziert, die im Rahmen des XXXII. Romanistentages Romanistik im Dialog vom 25.09. bis 28.09.2011 in Berlin stattfand. Schwerpunkt der Sektionsarbeit war die kontrastive Gegenüberstellung von ortsstabilen, statischen und ortsmobilen, dynamischen Sprachkontakten, wobei vor allem die durch Migration ausgelösten Prozesse von Sprachkontakt, Sprachwandel und sprachlich vermitteltem Kulturtransfer sowie deren Ausprägungen und Folgen im Zentrum der Analyse stehen sollten.

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Der Lunfardo aus Sprechersicht und im Sprachgebrauch: Eine empirische Untersuchung

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1. Einleitung Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit einer lexikalischen Varietät in Buenos Aires, dem Lunfardo, als Ergebnis des dynamischen Sprach- kontaktes und als Teil der Migrationskultur am Río de la Plata, der seit Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden ist. Kulturelle Bedeutung hat der Lunfardo bis in die heutige Zeit unter anderem im Tango errungen. Be­ kannt ist seine Verschriftlichung vor allem in den Tangotexten mit Be­ ginn des 20. Jahrhunderts. Auch heute noch werden auf den Tangotanz­ veranstaltungen, den milongas, nach wie vor Tangos gespielt und im Originaltext gesungen. Und es ist die junge Generation, die musiziert und tanzt. Ausgangspunkt meiner empirischen Forschungsarbeit war die enge Verbindung zwischen Tango und Lunfardo und die sichtbare Leiden­ schaft, die von den Musikern und Tänzern für den Tango erlebt wird. Es stellten sich folgende Fragen: Gilt die Leidenschaft auch für den Lunfardo in Buenos Aires, dessen kultureller Träger und Plattform der Tango war? Hat der Lunfardo für die tangueros porteños die ehemalige kryptische und damit eine identitätsstiftende Funktion? Welcher Wissensbestand, wel­ che Wertschätzung und welche Gebrauchsdimension sind bei den tangu- eros festzustellen? 2. Forschungsstand Der Lunfardo als Kontaktvarietät am Río de la Plata ist bereits bezüglich seiner Entstehung und seiner sprachlichen Merkmale untersucht wor­ den. In Buenos Aires befindet sich die Academia Porteña del Lunfardo, die ihre Forschung schon seit dem Jahr 1962 dem Lunfardo widmet. Diese Akademie hat bereits eine beträchtliche Zahl an wissenschaftlichen Wer...

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