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Sprachkontakt, Sprachvariation, Migration: Methodenfragen und Prozessanalysen

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Thomas Stehl, Claudia Schlaak and Lena Busse

In diesem Sammelband werden Beiträge zu der Sektion «Sprachkontakt, Sprachvariation, Migration: Methodenfragen und Prozessanalysen» publiziert, die im Rahmen des XXXII. Romanistentages Romanistik im Dialog vom 25.09. bis 28.09.2011 in Berlin stattfand. Schwerpunkt der Sektionsarbeit war die kontrastive Gegenüberstellung von ortsstabilen, statischen und ortsmobilen, dynamischen Sprachkontakten, wobei vor allem die durch Migration ausgelösten Prozesse von Sprachkontakt, Sprachwandel und sprachlich vermitteltem Kulturtransfer sowie deren Ausprägungen und Folgen im Zentrum der Analyse stehen sollten.

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Rumänen in Paris: Sprachkontakt, Migration und Variation

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1. M ig r a t io n v o n R u m ä n e n n a c h P a ris Die multikulturelle Metropole Paris bietet mit ihren schätzungsweise 2.233.8181 Einwohnern, bestehenden Vereinen und Angeboten zur För­ derung von Migranten einen Wohnort, der eine positive Basis für die Eingliederung von Zuwanderern darstellt. Das Bild des rumänischen Immigranten als eines in Armut lebenden, ungebildeten Menschen, der in seiner Heimat keine Perspektiven zu verzeichnen hat, korrespondiert nicht immer mit der Realität. In der öffentlichen Berichterstattung sowie in Studien aus den vergangenen Jahren wird häufig darauf verwiesen, dass rumänische Immigranten einen besonders schwierigen Einstieg in die französische Gesellschaft haben. Teil dieser Wirklichkeit ist auch, dass neben den wirtschaftlich motivierten Einwanderern selbstverständlich ebenfalls gebildete Ru­ mänen gehören, die in Frankreich leben.2 Aktuelle Quellen belegen, dass aufgrund des inländischen Mangels an Medizinern zwischen den Jahren 2005 und 2011 insbesondere Ärzte aus Rumänien nach Frankreich rekrutiert wurden.3 Das Bild der rumänischen Migrantengemeinschaft in Frankreich ist somit entgegen der dominierenden öffentlichen Meinung durchaus heterogen. Die Stereotypisierung in den Medien4 evoziert ein vollkommen falsches Bild beim Rezipienten. Um sich als Rumäne erfolgreich in das französische Gesellschaftsleben zu integrieren, bedarf es persönlicher Stärke, sich den häufig dominierenden Vorurteilen der Franzosen zu widersetzen. Vorrangig leiden die aus Rumänien stammenden Roma unter diesem Stigma. Als rumänische Staatsbürger haben sie ebenso wie andere EU- 1 Cf. http:...

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