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Sprachkontakt, Sprachvariation, Migration: Methodenfragen und Prozessanalysen

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Thomas Stehl, Claudia Schlaak and Lena Busse

In diesem Sammelband werden Beiträge zu der Sektion «Sprachkontakt, Sprachvariation, Migration: Methodenfragen und Prozessanalysen» publiziert, die im Rahmen des XXXII. Romanistentages Romanistik im Dialog vom 25.09. bis 28.09.2011 in Berlin stattfand. Schwerpunkt der Sektionsarbeit war die kontrastive Gegenüberstellung von ortsstabilen, statischen und ortsmobilen, dynamischen Sprachkontakten, wobei vor allem die durch Migration ausgelösten Prozesse von Sprachkontakt, Sprachwandel und sprachlich vermitteltem Kulturtransfer sowie deren Ausprägungen und Folgen im Zentrum der Analyse stehen sollten.

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Modelle des Sprachkontakts in fiktionalen Texten

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1. Einführung 1.1. Mehrsprachigkeit und Sprachkontakt in literarischen Texten Mehrsprachigkeit und Sprachkontakt in literarischen Texten sind - auch wenn es den Anschein haben mag - keinesfalls Innovationen aktueller Texte, sie gehören vielmehr seit langem zur Literatur sowie zum übli­ chen Inventar literarischer Gestaltung.1 Ihre Ausprägung in den einzel­ nen fiktionalen Texten indes ist und war sehr vielfältig. Darauf verwie­ sen bereits Eichinger2 sowie De Clercq / Labrie3, welche diese Art literarischer Ausformung mit Erörterungen zu Sprachkontaktsituationen im Mittelalter, in der Renaissance und während der Herausbildung von Nationalliteraturen belegten. Erst die ausgeprägte Fixierung auf Natio­ nalsprachen und auf Nationalliteraturen lies den Aspekt der Mehrspra­ chigkeit in fiktionalen aber auch nicht-fiktionalen Texten spätestens im ausgehenden 19. Jahrhundert in den Hintergrund treten und verstärkte fortan den Eindruck monolingualer Gesellschaften. Mit dem Aufkommen veränderter Sichtweisen in den Philologien (z.B. postcolonial) und den Veränderungen der Gesellschaften an der Schwelle des neuen Jahrtausends (wie der Migration und Globalisie­ rung4), wurden der Sprachkontakt und die mehrsprachige Gesellschaft mit großem Schwung in den Fokus der literatur- und kulturwissen­ schaftlichen sowie linguistischen Betrachtung katapultiert. Zahlreiche hervorragende linguistische Einzelbeschreibungen sind seitdem auch für die Alte und Neue Romania entstanden, welche den Sprachkontakt und seine Folgen kontaktlinguistisch, variationslinguistisch, migrationslingu­ istisch und / oder soziolinguistisch untersuchen. Sybille Große 1 Cf. auch Heinemann (1998: 91). 2 Eichinger (1996). 3 "Au cours de la renaissance et de l'époque baroque, les publications plurilingues connaissaient une grande popularité" (De Clercq /...

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