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Beiträge zum Islamischen Recht

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Edited By Hans-Georg Ebert

Das Islamische Recht, die sharī’a, prägt wesentlich die Rechtsordnungen in der Region Nordafrikas und des Vorderen Orients. Die Beiträge dieses Bandes – mehrheitlich auf der Jahrestagung der «Gesellschaft für Arabisches und Islamisches Recht e.V.» 1999 gehalten und derem 1. Vorsitzenden, Herrn Professor Dr. Ernst Klingmüller, gewidmet – beschäftigen sich mit theoretischen und praktischen Problemen bei der Anwendung islamischer Rechtsnormen. Neben zivil- und handelsrechtlichen Fragen werden vor allem Aspekte des Familienrechts, des Kindschaftsrechts und des Erbrechts in der Region behandelt. Die Beiträge unterstreichen die Flexibilität und Entwicklungsfähigkeit des Islamischen Rechts.

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RA Jürgen Rieck, München: Die Rolle des Islam bei Eheverträgen mit einem nichtmoslemischen Ehepartner

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Rieck: Ehevertrage mit einem nichtmoslemischen Partner DIE ROLLE DES ISLAM BEl EHEVERTRAGEN MIT EINEM NICHTMOSLEMISCHEN EHEPARTNER1 RA Jtirgen RIECK, Miinchen A. Grundlagen 1. Einfiihrung in das Thema Die Formulierung des Themas eroffnet den Blick in zwei Richtungen: Aus der Sicht des islamischen Partners einer Ehe ist zu untersuchen, welche vertraglichen Vereinbarungen ihm gestattet sind, wenn er mit einem nichtmoslemischen die Ehe schlieBt. Auf der anderen Seite stellt sich die Frage, was der nichtislamische Partner mit seinem - meist kiinftigen - Ehegatten vereinbaren kann, ohne dem Einwand der Rechtsunwirksamkeit oder mangelnden Durchsetzung des Vertrages zu begegnen. Das setzt weiter eine differenzierte Betrachtung danach voraus, wo die Ehegatten Ieben werden und ihre Ehe zu fiihren beabsichtigen. So stellt sich in einer Vielzahl von Landem, darunter auch der Bundesrepublik Deutschland, die Anwendung religioser Vorschriften nicht oder jedenfalls nicht unmittelbar.2 Diese Abhand1ung beruht auf einem Vortrag des Autors, gehalten am 13 .11.1999 vor der Gesellschaft fiir arabisches und is1amisches Recht e.V. in Leipzig. Die sich aus dem am 27.1.2000 vom agyptischen Par1ament verabschiedeten Gesetz zum is1amischen Personalstatut in Agypten ergebenden Auswirkungen auf den Gegenstand dieses Aufsatzes sind berOcksichtigt. Dabei stiitzt sich dieser Aufsatz auf einen Bericht der deutschen Botschaft Kairo Rk 520.40 vom 30.1.2000. Die deutsche Rechtspraxis hat z.B. Fragen der religiosen Erziehung des Kindes, insbesondere Streitigkeiten der E1tem hierOber dem § 1666 BGB zugeordnet und insoweit Moglichkeiten fiir richterliche Eingritfe geschatfen. Der Einfluss religioser Rege1n ist in Deutschland nach hM dem Kindeswohl oder dessen Gefli.hrdung zugeordnet. Daran hat sich auch durch das KindschaftsrechtsreformG vom...

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