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Beiträge zum Islamischen Recht

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Edited By Hans-Georg Ebert

Das Islamische Recht, die sharī’a, prägt wesentlich die Rechtsordnungen in der Region Nordafrikas und des Vorderen Orients. Die Beiträge dieses Bandes – mehrheitlich auf der Jahrestagung der «Gesellschaft für Arabisches und Islamisches Recht e.V.» 1999 gehalten und derem 1. Vorsitzenden, Herrn Professor Dr. Ernst Klingmüller, gewidmet – beschäftigen sich mit theoretischen und praktischen Problemen bei der Anwendung islamischer Rechtsnormen. Neben zivil- und handelsrechtlichen Fragen werden vor allem Aspekte des Familienrechts, des Kindschaftsrechts und des Erbrechts in der Region behandelt. Die Beiträge unterstreichen die Flexibilität und Entwicklungsfähigkeit des Islamischen Rechts.

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Professor Dr. Hans-Georg Ebert, Leipzig: Rechtsfortbildung und Umgehung der gesetzlichen islamischen Erbfolge in arabischen Ländern

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Ebert: Rechtsjortbildung und Umgehung der gesetzlichen Erbfolge in arabischen Staaten RECHTSFORTBILDUNG UND UMGEHUNG DER GESETZLICHEN ISLAMISCHEN ERBFOLGE IN ARABISCHEN ST AA TEN Professor Dr. Hans-Georg EBERT, Leipzig Einleitung Der intensive Diskurs urn Substanz, Anwendung und Perspektiven des Islamischen Rechts, der shart a, klammert den Bereich der gesetzlichen und gewillktirten Erbfolge (al-mawiirfth wa-1-wasiiyii) hiiufig aus. Die Gtiinde hierfiir liegen auf der Hand: Das islamische Erbrecht sei seit Jahrhunderten in Kraft und Wii.rde altemativlos fortexistieren. Mithin giibe es weder eine Notwendigkeit, dieses Rechtsgebiet zu islamisieren, noch die Moglichkeit, fest verankerte Normen zu veriindem. Abgesehen davon, dass das islamische Erbrecht keine homogene Struktur und Methodologie erkennen liisst, sondern aus einer Vielzahl von z.T. unterschiedlichen Normen (ahkiim) und Fiillen (masii'il) in Bezug auf die sunnitischen Rechtsschulen (madhiihib) sowie andere politisch-religiose Gruppen und Sekten besteht, wirft die historisch-kritische Beschiiftigung mit diesem Rechtszweig einige wichtige Fragen auf: a. Inwieweit bilden die erbrechtlichen Regelungen eine geeignete Grundlage, urn das gesellschaftliche BedOrfnis nach einer eindeutigen und gerechten Losung bei der Nachlassverwaltung (tasfiyat at-tarika) zu befriedigen? b. Welche Konsequenzen ergeben sich fiir islamisch-erbrechtliche Regelungen durch die Veriinderung sozialer und wirtschaftlicher Verhiiltnisse? c. Welche Methoden und rechtlichen Instrumentarien konnen zur Rechts- fortbildung im Erbrecht unter Beachtung allgemeiner Prinzipien des islamischen Rechts genutzt werden? d. Kann eine wie auch immer geartete Kodifikation im islamischen Erbrecht die Rechtssicherheit erhOhen und gleichsam materiell-rechtliche oder formell-rechtli- che Veriinderungen herbeifiihren? e. Welche einseitigen oder mehrseitigen Rechtsgeschiifte eignen sich zur Vermei- dung von Nachteilen aus der Anwendung der gesetzlichen islamischen Erbfolge? Auf diese und andere Fragen...

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