Show Less

Deutsche Sprache im Wandel

Kleine Schriften zur Sprachgeschichte

Werner Besch

In seiner gesamten wissenschaftlichen Laufbahn hat sich Werner Besch immer wieder aus ganz verschiedenen Perspektiven und unter immer neuen Fragestellungen mit strukturellen und soziolinguistischen Aspekten von Variation und Wandel der deutschen Sprache in Geschichte und Gegenwart beschäftigt. Zu seinem 75. Geburtstag versammelt der vorliegende Band 25 seiner wichtigsten Aufsätze aus diesem zentralen Themenbereich, mit denen er der germanistischen Sprachwissenschaft seit den 60er Jahren Wege gewiesen hat.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Schriftzeichen und Laut. Möglichkeiten der Lautwertbestimmung an deutschen Handschriften des späten Mittelalters (1961) 11

Extract

Schriftzeichen und Laut Moglichkeiten der Lautwertbestimmung an deutschen Handschriften des spaten Mittelalters Die Angaben zur Aussprache rnhd. Schriftzeichen sind in den gangigen Granunatiken mehr als knapp: in der Regel werden aus praktischen Grtinden die Zeichen der kritischen rnhd. Texte zugrunde gelegt, einzelne phonetisch kom- mentiert, fiir das Lautsystem insgesamt aber in Ennangelung genauer Kenntnis- se differenzierender Elemente, seien sie zeitlicher, landschaftlicher oder sozio- logischer Art, keine Angaben gemacht. Die Darstellungen einzelner Stanunes- dialekte haben den Vorzug des kleineren Raumes und der nicht nonnierten Zei- chenvielfalt, aber auch sie durchstoBen nicht die Barriere ,Schrift", sie kommen nicht tiber eine grobe Skizzierung von Schreiblandschaften hinaus und identifi- zieren allzu Ieicht Zeichen und ihm ,nonnalerweise" zukommenden Laut. Die- ses Zeichen ist aber nicht eindeutig, es kann vom Schreiber fiir verschiedene Laute gebraucht werden, es kann sogar Zeichenfossil fiir einen in der gespro- chenen Sprache !angst veranderten Lautwert sein. Jedes Zeichen und mit diesem jedes orthographische System hat seine Geschichte und stellt sich in seiner Tra- ditionsgebundenheit unausweichlich in Gegensatz zur lebendigen, sich veran- dernden Lautung. Der Gegensatz mag in einzelnen Sprachepochen gr6Ber oder geringer sein - im Mhd. ist die Schreibung z.B. phonetischer als im Nhd. - er ist immer vorhanden, aber in seinem AusmaB jeweils nicht genau faBbar. Allgemein scheint sich nur zu ergeben: je gr6Ber der Geltungsbereich einer Schreibnorm1 ist, desto weniger wird sie einzelmundartliche Verhaltnisse spie- geln oder gespiegelt haben. Umgekehrt: Schreibkonventionen geringer land- schaftlicher Ausdehnung basieren zum Zeitpunkt ihrer Entstehung wohl weitge- hend auf der Lautung dieses begrenzten Gebietes...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.