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Deutsche Sprache im Wandel

Kleine Schriften zur Sprachgeschichte

Werner Besch

In seiner gesamten wissenschaftlichen Laufbahn hat sich Werner Besch immer wieder aus ganz verschiedenen Perspektiven und unter immer neuen Fragestellungen mit strukturellen und soziolinguistischen Aspekten von Variation und Wandel der deutschen Sprache in Geschichte und Gegenwart beschäftigt. Zu seinem 75. Geburtstag versammelt der vorliegende Band 25 seiner wichtigsten Aufsätze aus diesem zentralen Themenbereich, mit denen er der germanistischen Sprachwissenschaft seit den 60er Jahren Wege gewiesen hat.

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Bemerkungen zur schreibsoziologischen Schichtung im Spätmittelalter (1972) 77

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Bemerkungen zur schreibsoziologischen Schichtung im Spatmittelalter Viele Autoren des Mittelalters beginnen ihre Darlegungen mit einer Demuts- formel. Eine solche, und zwar eine ehrliche und emstgemeinte, muB am Anfang ste- hen, wenn sich ein Germanist in den Kreis der Fachhistoriker wagt und zum Thema 'Die Stadt in der europiiischen Geschichte' etwas beitragen will. Neue historische Gesichtspunkte werden sich dabei kaum ergeben, zumal nicht fiir eine so ausgewie- sene und fiihrende Forscherpersonlichkeit auf diesem Gebiet, der nun dieser Fest- schriftband zugedacht ist. Aber ich darf an gemeinsame Gespriiche im Rahmen der Institutsarbeit ankniipfen und darin eine Ermutigung zu den folgenden Bemerkun- gen sehen. Sie beziehen sich auf die schreibsprachliche Gliederung und die sprachli- che Wirkung der Stadt im Mittelalter. Das Methodische soli dabei im Vordergrund stehen. Die gelegentlich eingestreuten Textbeispiele betreffen die Stiidte Villingen und Rottweil, die ich vom eigenen Lebensweg her und aufgrund friiherer Arbeiten am besten kenne. Selbstverstiindlich IieBe sich das Problem auch an fastjeder ande- ren Stadt exemplifizieren, d. h. eine Generalisierung der Grundlinien, wenn auch nicht der Detailbeispiele, ist erlaubt. Hinsichtlich des Grades der sozialen Differen- ziertheit und der iiberregionalen Ausstrahlungskraft ergeben sich allerdings bedeu- tende Unterschiede, da ist natiirlich Villingen mit einer Stadt wie Koln nicht zu ver- gleichen. Fiir beide aber gilt, sei es ansatzweise oder voll ausgepriigt, das Moment der sozialen Stufung und Gruppierung, etwa im Gegensatz zum dorflich strukturier- ten Hinterland, und darin ist der Aspekt der sozialen und riiumlichen Mobilitiit ein- geschlossen. Unsere gemeinsamen Gespriiche, sehr verehrte Frau Ennen, haben mehrfach gerade diesen...

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