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Deutsche Sprache im Wandel

Kleine Schriften zur Sprachgeschichte

Werner Besch

In seiner gesamten wissenschaftlichen Laufbahn hat sich Werner Besch immer wieder aus ganz verschiedenen Perspektiven und unter immer neuen Fragestellungen mit strukturellen und soziolinguistischen Aspekten von Variation und Wandel der deutschen Sprache in Geschichte und Gegenwart beschäftigt. Zu seinem 75. Geburtstag versammelt der vorliegende Band 25 seiner wichtigsten Aufsätze aus diesem zentralen Themenbereich, mit denen er der germanistischen Sprachwissenschaft seit den 60er Jahren Wege gewiesen hat.

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Zur Kennzeichnung sprachlandschaftlicher Wortvarianten im Duden-Wörterbuch und im Brockhaus-Wahrig (1986) 201

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Zur Kennzeichnung sprachlandschaftlicher Wortvarianten im Duden- Worterbuch und im Brockhaus Wahrig Das deutschsprachige Gebiet, zu dem ja auch Osterreich und die deutsch- sprachige Schweiz gehOren, war bis in die jungere Zeit durch eine auBerordent- lich starke Binnengliederung gepragt. Eine solche existiert im Bereich der Dia- lekte heute noch mit so tiefgreifenden Unterschieden, daB ein gegenseitiges Ver- stehen zwischen raumlichen Extremen, etwa Nordsee-Platt und Alpenmundart, nicht moglich ist. Erst die Schriftsprache und spatere Standardsprache hat uber- regionale Brucken geschlagen. Das geschah spat im Vergleich mit anderen eu- ropaischen Sprachen, war schwierig angesichts des starken Sprachregionalismus und hat entsprechend lange gedauert (Besch 1983: 977 f.). Eine relativ groBe Einheit wurde noch am ehesten im Bereich der Orthographie und der Flexion erreicht. Schwieriger gestalteten sich die Ausgleichsvorgange im Wortschatz. Auch hier gab es narurlich in vielen Fallen die Dominanz einer Variante, ver- bunden mit der Verdrangung anderer Landschaftskonkurrenten und insofem ei- ne klare schrift- und standardsprachliche Festlegung. In anderen Fallen ist die ,Norrnierung' bis heute nicht erreicht, es sind also zwei oder gar mehr Wortvari- anten standardsprachlich ublich, narurlich nur je eine in einer bestimmten Regi- on. Wir fassen hier, geschichtlich gesehen, gleichsam die letzten Reservate land- schaftseigener ,Sprachautonomie'. Dazu gehoren etwa gewisse Handwerker- Bezeichnungen, Bezeichnungen fur Pflanzen und Fruchte, Essen und Trinken u.a.m. Es geht, wohlgemerkt, nicht urn Dialektismen, sondem urn Bezeichnun- gen, die in der jeweiligen Region schriftlich und mundlich als standardsprach- lich bzw. standardsprachlich gleichberechtigt angesehen werden. Hier beginnen bereits die Schwierigkeiten. Wenn es zwei oder mehrere Va- rianten (Synonyrne)...

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