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Deutsche Sprache im Wandel

Kleine Schriften zur Sprachgeschichte

Werner Besch

In seiner gesamten wissenschaftlichen Laufbahn hat sich Werner Besch immer wieder aus ganz verschiedenen Perspektiven und unter immer neuen Fragestellungen mit strukturellen und soziolinguistischen Aspekten von Variation und Wandel der deutschen Sprache in Geschichte und Gegenwart beschäftigt. Zu seinem 75. Geburtstag versammelt der vorliegende Band 25 seiner wichtigsten Aufsätze aus diesem zentralen Themenbereich, mit denen er der germanistischen Sprachwissenschaft seit den 60er Jahren Wege gewiesen hat.

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Martin Bucers deutsche Sprache. Beobachtungen zur Sprachform und zum Sprachstil (1993) 333

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Martin Bucers deutsche Sprache Beobachtungen zur Sprachform und zum Sprachstil I. Hinfohrung Der Verfasser dieses Beitrags ist Germanist. Er hat eine Reihe von Jahren als sprachhistorischer Berater an der Ausgabe der Deutschen Schriften Martin Bucers mitgewirkt. Im Verlaufe dieser Arbeit und insbesondere durch die inten- sive Kenntnisnahme der schriftlichen Stellungnahmen Bucers zu vielf ei, au, eu in keinem der Texte greifbar, auch nicht bei Bucer. Das steht merklich in Widerspruch zu Bucers Gesuch urn Einbiirgerung in StraBburg von Mitte November 1523, also fast fiinf Jahre v order Berner Dis- putation, vgl. BDS I, S. 304 f. Es liegt in einer eigenhandigen Reinschrift Bu- cers vor. Das er1aubt einen unbezweifelten RiickschluB auf den eigenen Sprach- stand dieses Mannes, ungestort durch allerlei Brechungen und Veranderungen fremder Abschreiber und Drucker. In diesem Dokument ist die Diphthongierung schon fast vollstandig durchgefiihrt; der Text mutet insgesamt schon viel iiber- regionaler an als gleichzeitige Texte StraBburger Provenienz. Wir miissen also in dieser Zeit mit gewissen Diskrepanzen zwischen Individualsprache und land- schaftlichem Schreib- und Druck-Usus rechnen. Nur wo Autographe vorliegen, ist ein direkter RiickschluB ad personam erlaubt. Ansonsten dominiert ein (groB)regionaler Schreib- und Druck-Usus, der im gewissen Rahmen Variatio- nen zulaBt, die allseits akzeptiert werden, da ja eine strikte Norm fehlt. Aussa- gen tiber Bucers Sprachgestalt, sofem sie anhand seiner Drucke oder auch der Texte seiner Abschreiber gemacht werden, stehen also immer unter dem soeben 340 formulierten Vorbehalt. Andererseits haben seine Texte nur tiber den Druck ihre Breitenwirkung erhalten, insofem ist unter dem Rezeptionsaspekt die Druck-...

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