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Deutsche Sprache im Wandel

Kleine Schriften zur Sprachgeschichte

Werner Besch

In seiner gesamten wissenschaftlichen Laufbahn hat sich Werner Besch immer wieder aus ganz verschiedenen Perspektiven und unter immer neuen Fragestellungen mit strukturellen und soziolinguistischen Aspekten von Variation und Wandel der deutschen Sprache in Geschichte und Gegenwart beschäftigt. Zu seinem 75. Geburtstag versammelt der vorliegende Band 25 seiner wichtigsten Aufsätze aus diesem zentralen Themenbereich, mit denen er der germanistischen Sprachwissenschaft seit den 60er Jahren Wege gewiesen hat.

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Wortschatzwandel in deutschen Bibeldrucken der frühen Neuzeit (1997) 397

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Wortschatzwandel in deutschen Bibeldrucken der friihen Neuzeit Was ich bier vortragen darf und kann, ist eine Art Werkstattbericht. Ab- schlieBende Ergebnisse sind noch nicht greifbar. Sie gehoren aber, wenn sie ei- nes Tages vorliegen, in das Feld der Sprachwirkungsforschung. Fur die friihe Neuzeit gibt es einen paradigrnatischen Fall fiir Sprachwir- kungsforschung: die Rezeption der deutschsprachigen Bibel. Man weiB das und sagt das und ermiBt selten noch die ganze Wirkungsdimension dieses Vorgangs. Der Bibeltext ist in diesen Jahrhunderten absolut konkurrenzlos in der Aufla- genhOhe, sprich Verbreitung. Im ,Vorbericht' (Seite 10) zum Bibeldruck von 1786 (= E 1659 im Bibelkatalog der Wurttembergischen Landesbibliothek Stutt- gart) aus Halle sind allein fiir die dortige Cansteinische Bibelanstalt folgende Produktionszahlen angegeben: 1 Mio ganze Bibeln und tiber 700.000 neue Te- stamenter, dies im Zeitraum von ca. 1710-1775, wohlgemerkt ausgegangen von einer einzigen Druckerei an einem einzigen Druckort. Diese Zahlen imponieren sogar uns Heutigen noch. Kein anderer Text kommt auch nur andeutungsweise in die Nahe dieser Zahlen injener Zeit. Die immense Bibel-Verbreitung koppelt sich damals ubrigens mit der Alphabetisierung des Volkes. Und mit dem Stich- wort Yolk sind wir bei einem entscheidenden zweiten Punkt. Erstrnals in der Geschichte der deutschen Sprache tritt das Volk, die breite Masse in den Mittel- punkt. Erstmals ist Rezeption nicht allein auf E1iten bezogen, sondem auf den gemeinen man, oder, wie es in einer Bibelvorrede heiBt, auf den grossen Haufen unsrer Mitchristen. (E 1647, Halle 1783) 1st das in unserer soziolinguistisch sensibilisierten Zeit nicht ein zusatzlicher Anspom, bier Rezeptionsforschung zu betreiben? An Daten...

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