Show Less

Quo vadis Türkei?

Zum Aufstieg der islamisch-konservativen Parteien in der Türkei und dessen Auswirkungen auf den EU-Beitrittsprozess

Series:

Hakan Özkan

Die Beziehungen zwischen der Türkei und der Europäischen Union waren bis zu Beginn des 21. Jahrhunderts von großer Skepsis auf beiden Seiten geprägt. Seit der Regierungsübernahme der islamisch-konservativen AK-Partei 2002 näherte sich die Türkei durch relevante gesetzliche Änderungen in Form der Harmonisierungspakete an Europa an, was den Beginn der EU-Verhandlungen bedeutete. Die jetzige Regierungspartei ist durch ihre bisherige politische Tätigkeit als «demokratisch-konservativ» zu definieren. Ihre Aktivitäten deuten auf keine Islamisierung, sondern eher auf eine Europäisierung hin. Das Ziel dieser Arbeit liegt darin, den Veränderungsprozess im Land und die Dimensionen eines EU-Beitritts herauszuarbeiten. Der Schwerpunkt liegt auf der Untersuchung der sozialen, gesellschaftlichen und auch wirtschaftlichen Tendenzen in der türkischen Politik sowohl nach 2002 als auch davor.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

4 Das Verhältnis Türkei – Europäische Union(EU)

Extract

79 4 Das Verhältnis Türkei – Europäische Union (EU) Da der Fokus im folgenden Kapitel auf der Beziehung der Türkei und der Euro- päischen Union ab 2001 liegt, wird nur rudimentär auf den Entwicklungsprozess im Zeitraum davor eingegangen. Ein kurzer, historischer Überblick über die wichtigsten Abkommen und Ver- träge soll Aufschluss über die mittlerweile mehr als 50-jährige Beziehung zwi- schen der Union und der Türkei geben und verdeutlichen, dass es abseits der Beitrittsverhandlungen eine langjährige Tradition zwischen den beiden Partnern gibt. 4.1 Historisches Verhältnis zwischen der EU und der Türkei Die Anbahnung zwischen der Türkei und der damaligen Europäischen Wirt- schaftsgemeinschaft (EWG) durchlief mehrere Phasen, die mit der Unterzeich- nung des Assoziierungsabkommens 1963 von Ankara begann. Schritt für Schritt wurden Zollabkommen vereinbart, die schlieslich in einer Zollunion mündeten. Eine Übersicht der Ereignisse bis 2001294 stellt sich wie folgt dar: „1963: Unterzeichnung eines Assoziierungsabkommens (Abkommen von Ankara) mit dem Ziel der Schaffung einer Zollunion zwischen der Türkei und der EWG und mit Aussicht auf eine mögliche Mitgliedschaft. Unterzeichnung des ersten Finanz- protokolls zum ursprünglichen Abkommen. 1970:Unterzeichnung der Schlussakte und des zweiten Finanzprotokolls in Brüssel und damit Vorbereitung einer Zollunion. 1987:Die Türkei stellt einen Antrag auf volle EWG-Mitgliedschaft. 1995: Der Assoziationsrat zwischen der Europäischen Union und der Türkei bringt das Abkommen über eine Zollunion zwischen der Türkei und der EU zum Abschluss. 1997: Auf dem Europäischen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.